Buchprojekt mit dem Dopingsünder. Jeder verdiene zweite Chance, so Autor Martin Prinz über sein Werk, in dem er Johannes Dürr literarisch begleitet.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:22)
Martin Prinz (r.) steht Johannes Dürr bei dessen WM-Comeback-Versuch zur Seite.
www.lukasbeck.com

Offen schreibt Martin Prinz in dem im Mai veröffentlichten Buch „Die unsichtbaren Seiten“ über sein Aufwachsen in Lilienfeld. Ebenso direkt ist sein nächstes Werk „Der Weg zurück“, welches bereits im Jänner 2019 wieder im Suhrkamp Verlag erscheint. Darin dokumentiert der Autor eine Geschichte, dessen letztes Kapitel noch ausständig ist. Bei den Olympischen Spielen 2014 wurde Langläufer Johannes Dürr als EPO-Dopingsünder aus dem Verkehr gezogen. Seither begleitet ihn Prinz literarisch.

„Ich glaube aus ganzem Herzen, dass jeder eine zweite Chance verdient hat“,

„Ich glaube aus ganzem Herzen, dass jeder eine zweite Chance verdient hat“, betont der Schriftsteller, „ich will in einer Gesellschaft leben, in der das so und nicht anders ist. Aus Fehlern soll man lernen, Strafen muss man abbüßen, man darf nichts kleinreden, soll nichts verdrängen, doch es besser zu machen, einen anderen Weg zu finden, soll es geben.“ Die ersten Erfolge des unbestrittenen Talents Johannes Dürr stammen aus der Zeit beim Nachwuchsprojekt Skilanglauf im Gebiet Mitte, das der Lilienfelder Johann Prinz, der Vater von Martin Prinz, als Langlaufreferent des Landesskiverbandes ins Leben rief.

„Zufälligerweise habe ich ihn bei seinem allerersten Rennen getroffen. Er war knapp 13, ich 27. Damals begann ich selbst wieder mit dem Sport und bin bei einem Landescup im Fadental mitgelaufen“, erinnert sich Martin Prinz. Er gab damals auf. „So etwas war mir noch nie passiert. Ich ging mit meinen Skiern über den Parkplatz, passierte die Mannschaftsbusse. In einem saß ein kleiner Zwerg, sah mir alles sofort an und sagte unverblümt heraus: Aufgeben gilt nicht!“, schildert Martin Prinz.

„Er will sich gar nichts schenken lassen“

Seinen Appell will Johannes Dürr jetzt selbst umsetzen. Nach dem Verfahrensabschluss und Ende der Sperre plant der 31-jährige Hochleistungssportler seine Rückkehr als Berufstätiger ohne Verbandsunterstützung bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld im nächsten Jahr. Geld dafür soll über Crowdfunding unter www.derwegzurück.at aufgebracht werden. „Er will sich gar nichts schenken lassen“, meint dazu Martin Prinz, „es geht allein um die Möglichkeit, die Mittel zu haben, um den Kampf aufnehmen zu können. Das verdient Respekt.“