Im Suff völlig ausgerastet. Alkoholisiert spielte ein 29-Jähriger den starken Mann. Er demolierte Autospiegel, verpasste einem Burschen einen Kopfstoß und rangelte mit Polizisten. Nun setzte es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 30. Januar 2018 (05:43)
APA (Symbolbild)
 

„Ich genier’ mich“, sagt ein 29-Jähriger aus Lilienfeld vor dem Strafrichter. Im Suff wütete er, nun wird ihm im Prozess am Landesgericht St. Pölten Sachbeschädigung, Körperverletzung und versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Zwei Seitenspiegel eines Autos demolierte der Angeklagte im Sommer letzten Jahres, nachdem ihn ein Wirt aus einem Lokal in Lilienfeld ob unflätigen Verhaltens hinausbefördert hatte. „Dazu weiß ich nur wenig, aber ich erinnere mich, dass ich wütend war“, erklärt der Lilienfelder zu diesem Vorfall.

„Ich reiß dir den Kopf ab, ich werde dich finden und fertigmachen!“ Mit diesen Worten drohte der Angeklagte einem Polizisten.

Im Oktober darauf rastete er in Traisen aus. Bei einem Fest trank er zuerst mächtig über den Durst und verletzte dann einen Gast grundlos. „Plötzlich habe ich eine Kopfnuss von ihm bekommen“, erzählt das Opfer im Prozess. „Er hat ihn einfach am Genick gepackt und zugestoßen“, sagt ein Zeuge.

Dem Angeklagten mangelt es an Erinnerung. „Ich weiß nur, dass ich sehr aggressiv war, habe an diesem Abend Bier, Bacardi-Cola und Gespritzte getrunken und davor daheim vorgeglüht“, sagt er. Dass nach dieser brutalen Aktion Ordnungshüter einschritten, kam ihm gar nicht gelegen.

„Er war sehr aufgebracht, hat Securitys herumgestoßen. Ich wollte deshalb seine Identität feststellen“, berichtet ein Polizist im Prozess. Seinen Ausweis herzeigen wollte der Lilienfelder aber nicht. Stattdessen verpasste er dem Beamten Stöße, schrie ihn an und beschimpfte ihn.

Verstärkung rückte schließlich an. Als die Festnahme ausgesprochen wurde, bedrohte der 29-Jährige einen Exekutivbeamten: „Ich reiß dir den Kopf ab, ich werde dich finden und fertigmachen!“ Das nahm der Polizist ziemlich ernst. „Das ist ja kein Spaß“, sagt er.

Im Sinne der Anklage wird der 29-Jährige schuldig gesprochen. Es setzt sechs Monate auf Bewährung. Nicht rechtskräftig.