Mountainbiker rüsten für Demo am Berg. Internetplattform ruft dazu auf, Rad bei Almmesse auf den Muckenkogel zu tragen oder zu schieben. Jagdpächter empört.

Von Markus Zauner. Erstellt am 18. August 2014 (14:25)
NOEN, Florin Stana/Shutterstock.com
Protestkundgebung: Die Fahrräder sollen im Rahmen der geplanten Demonstration am Montag, 8. September, auf den Lilienfelder Muckenkogel getragen oder geschoben werden.

Der Jahrestag, an dem vier Mountainbiker zur Almmesse am Muckenkogel geradelt und folglich vom Jagdpächter auf Unterlassung geklagt worden sind, jährt sich am 8. September zum 1. Mal.

Motto: „1. Trutzpartie Muckenkogel“

Legal ist das Mountainbiken am Lilienfelder Hausberg freilich nach wie vor nicht — weshalb die Internetplattform „upmove“ bereits kräftig die Werbetrommel für eine Demonstration bei der kommenden Almmesse am 8. September rührt. Unter dem Motto „1. Trutzpartie Muckenkogel“ wird im World Wide Web dazu aufgerufen, das Mountainbike an diesem Tag zur Klosteralm hinaufzuschieben oder zu tragen. Zuvor (siehe auch Info-Box) wollen die Demonstranten auch beim Grundeigentümer, dem Stift Lilienfeld, und beim Gemeindeamt Station machen.

Jagdpächter Rudolf Gürtler ist ob der geplanten Demonstration empört und fordert die Planung eines Polizeieinsatzes, „um festzustellen, inwieweit letztlich nicht doch zur Almmesse auf der Klosteralm mit Mountainbikes auf- oder abgefahren wird.“ Letzteres müsse, weil illegal, geahndet werden, appelliert Gürtler und betont: „Die Jagdausübung ist absolut zweitrangig, da nur der Forst- und Wildschutz im Vordergrund steht.“

„Radschieber schaden in keiner Weise“

Und: „Jedenfalls sollte es sich um eine nach dem Versammlungsgesetz 1953 anzumeldende Demonstration handeln, sodass abzuwarten ist, ob diese bei der Behörde angezeigt wird“, urteilt Gürtler. Bezirkshauptmann Ernst Anzeletti kündigt auf NÖN-Anfrage die Prüfung des Sachverhaltes an: Komme man zum Schluss, dass es sich um eine Demo nach dem Versammlungsgesetz handle, werde die Behörde Maßnahmen setzen.

Gelassen sieht dem geplanten Protest Lilienfelds Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher entgegen: „Wenn Leute zu einer Messe kommen, besteht für mich kein Anlass, unruhig zu werden. Wenn vielleicht 50 Radschieber oder -träger bei der Messe sind, schadet das in keiner Weise.“