Nacht im Unfallwrack verbracht. Eingesperrt im Pkw, im Morigraben, verharrte eine Dame. Ihr Handy hatte keinen Empfang.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 03. Mai 2021 (23:03)

Notruf am Montag gegen 6.15  Uhr: Ein Frau meldete, dass sie auf der Morigrabenstraße einen  Unfall hatte, sie sich nicht selbst befreien könne, ihr Wagen aber nicht von der Straße sichtbar sei. Plötzlich brach die Verbindung ab. Zur Anruferin konnte kein Kontakt mehr hergestellt werden, auch eine Ortung ihres Handys scheiterte.

Sofort rückten die Polizei, die Feuerwehren aus Schrambach und Lilienfeld sowie das Rote Kreuz Traisental aus. Die Frau musste gefunden werden und das so schnell wie möglich!

Doch die Suche gestaltete sich nicht einfach: Die Angabe der Dame bestätigte sich. Bei der ersten Kontrolltour von Schrambach in Richtung Tradigist konnten die Retter nirgends Hinweise auf einen Unfall entdecken. Bei der anschließenden Fahrt in die Gegenrichtung nahm plötzlich die Mannschaft des Notarzteinsatzfahrzeugs Reifenspuren in einer steilen Wiese war. Diese führten einige hundert Meter in die Tiefe.

Doch weder Auto noch Lenkerin waren zu sehen. Die Retter fackelten nicht lange und folgten der Reifenspur. Mit Erfolg: Rund 400 Meter weiter unten  in einem Graben entdeckten sie das Unfallwrack. Die Helfer benötigten sogar eine Schiebeleiter, um überhaupt zum Pkw gelangen zu können. Dort angekommen, öffneten sie den Wagen  - und sie konnten aufatmen! Auf der Rückbank saß die ältere Frau, die um Hilfe gerufen hatte. Die Retter befreiten sie aus ihrer misslichen Lage und transportierten sie hinauf zur Straße. Dort wurde sie notärztlich erstversorgt und umgehend ins Spital gebracht. 

Die Einsatzkräfte staunten nicht schlecht, als sie ihnen schilderte, dass sich der Unfall bereits Sonntagmittag ereignet hatte. Sie war am Weg nach Tradigist gewesen und verlor kurz vor dem Anwesen Mühlbacher die Kontrolle über ihren Wagen. Ihr VW Golf rollte mehrere hundert Meter den Abhang hinab und landete in einem kleinen Bach. Die Frau kam trotz gefährlichen Unfalls  - ihr Wagen ist  ein Totalschaden – relativ glimpflich davon. Sie war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Da ihr Handy aber keinen Empfang hatte, konnte sie niemanden um Hilfe bitten.

Die ganze Nacht verharrte sie alleine im Unfallwrack, mitten im Wald des Morigrabens. Am Montagmorgen versuchte sie erneut, eine Netzverbindung herzustellen – dieses Mal mit Erfolg. Endlich hatte sie, zumindest kurzfristig, Empfang und auch noch ausreichend Akkuladung am Mobiltelefon, sodass sie den Notruf absetzen konnte. In der Obhut ihrer Retter zeigte sie sich nach der Nacht im finsteren Wald natürlich erleichtert.

Übrigens: Zur Bergung ihres Wagens war ein Traktor mit Seilwinde von Nöten, sogar Ketten mussten dafür an der Zugmaschine angelegt werden.  

Andere Personen kamen nicht zu Schaden, die Frau hatte alleine ihre Fahrt angetreten.