Verein Romea Strata möchte neue Pilgerroute etablieren. Vizepräsidentin Christa Englinger über die Aufgaben des neuen Vereines „Romea Strata“.

Von Markus Zauner. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:11)
privat
Johannes Maier (Benedikt be-Weg-t), Monika Gschwandner-Elkins (ARGE Pilgern in Kärnten), Ernst Leitner (Pilgerverein Via Sacra), Christa Englinger (Pilgerverein Via Sacra), Silvester Pecoler (Benedikt be-Weg-t) und Roland Stadler (ARGE Pilgern in Kärnten, v. l.) bei der Gründungsversammlung.

In Aquileia bei Grado (Italien) ging die Gründungsversammlung des internationalen Vereines „Associazione Europea Romea Strata“ über die Bühne. Dieser hat das Ziel, eine Kulturroute mit alten Pilgerwegen von Polen bis Rom beim Europarat einzureichen. Wobei die Strecke direkt über den alten Wallfahrerweg Via Sacra (Wien-Heiligenkreuz-Lilienfeld-Mariazell) verläuft. Die NÖN sprach mit der Lilienfelderin Christa Englinger, die zur Vizepräsidentin des Vereins gewählt wurde.

NÖN: Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Ziel des neu gegründeten Vereins?
Christa Englinger: Das Ziel ist es, traditionelle Pilgerwege, die von den baltischen Staaten durch Polen, die Tschechische Republik und Österreich nach Rom führen, zu einer einheitlichen Pilgerroute zusammenzufassen und deren Bewerbung als „Kulturweg des Europarates“ vorzubereiten.

Was sind die nächsten Aktivitäten des Vereins?

Weinfranz
Weinfranz

Die Mitglieder in den jeweiligen Ländern (vorläufig sind das Polen, die Tschechische Republik, Österreich und Italien) werden gemeinsam die genaue Route festlegen. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass so weit wie möglich bestehende Pilgerwege mit ihrer Infrastruktur genutzt werden. Es wird ein wissenschaftlicher Beirat mit Mitgliedern aus allen beteiligten Ländern gegründet, der den Verein dabei unterstützen soll, bestehende oder noch auszuarbeitende Pilgerwege und das dazugehörende Kulturerbe historisch und kunsthistorisch zu dokumentieren. Schließlich werden Aktivitäten geplant, die vom Europarat bei der Bewerbung als Kulturweg geprüft werden — zum Beispiel spezielle Angebote für Schüler und Jugendliche, Veranstaltungen zu zeitgenössischer Kunst oder die Entwicklung von nachhaltigen Tourismusangeboten entlang der Pilgerwege.

Wie sind Sie zur Ehre gekommen, Vizepräsidentin zu werden?
Nachdem der Präsident des Vereins, Don Raimondo Sinibaldi, ein Mann ist und aus Italien kommt, hat man eine Frau aus einem der Partnerländer gesucht, die möglichst auch noch Italienisch kann — so ist die Wahl auf mich gefallen. Davor hatten die anderen österreichischen Mitglieder mich schon zu ihrer Vertretung im Vorstand des Vereins ernannt und Ernst Leitner aus Türnitz zu meinem Stellvertreter. Sicher hat dabei auch eine Rolle gespielt, dass wir beide Delegierte des Pilgervereins Via Sacra sind und die Via Sacra als einer der historisch bedeutendsten und ältesten Pilgerwege Österreichs auch international Gewicht hat.

Was ist als Vizepräsidentin Ihre Hauptaufgabe?
Ich vertrete den Verein „Associazione Europea Romea Strata“ gemeinsam mit dem Präsidenten nach außen und bin Mitglied des Vereinsvorstandes, der die wesentlichen Aufgaben der Mitglieder koordiniert. Außerdem vertrete ich die Interessen der Via Sacra und der anderen österreichischen Mitglieder im Vorstand und koordiniere mit Ernst Leitner die österreichischen Aktivitäten.

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