Mit „MedMobil“ auf Visite. Zusätzliche Hausbesuche sollen zur besseren Versorgung im Umland beitragen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 06. Juli 2019 (03:06)
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Arzt Patrick Killmaier entwickelt die medizinische Einrichtung weiter.

Mit einigen Neuerungen wartet das Gesundheitszentrum Mariazell unter der Leitung von Patrick Killmaier auf.

So wurde die seit Oktober 2017 zwei Mal in der Woche durchgeführte Besetzung der ehemaligen Ordination eines Allgemeinmediziners in Gußwerk aufgrund der zu geringen Patientenfrequenz wieder aufgegeben. „Die Schließung der Zweigstelle in Gußwerk ermöglicht nun eine Doppelbesetzung im Gesundheitszentrum und dadurch verkürzte Wartezeiten“, sagt Killmaier.

„Diese neue Form der Betreuung ist an das skandinavische Modell der Gemeindeschwester angelehnt.“ Patrick Killmaier

Zusätzlich verstärkt werden mit Juli die Visitentätigkeiten mit dem neuen „MedMobil“. Damit werden jene Patienten, denen eine Fahrt ins Gesundheitszentrum nicht zumutbar ist, daheim versorgt. Einbezogen ist laut dem Gesundheitszentrumsleiter das gesamte weitläufige Gebiet des Mariazeller Landes bis Wegscheid, Gollrad, Greith, Weichselboden und Aschbach.

Der regelmäßige Visitendienst mit der „mobilen Ordination“, ausgestattet auch mit einer sortierten Apotheke, erfolgt durch einen Arzt selbst oder durch diplomiertes Personal, welches mittels Videotelefonie vom jeweils diensthabenden Mediziner zum Beispiel bei der Begutachtung von Wunden angeleitet und überwacht wird.

„Diese neue Form der Betreuung durch eine pflegerische Visite ist an das skandinavische Modell der Gemeindeschwester angelehnt und soll ebenso mithelfen, den Ärztemangel auszugleichen“, erklärt Killmaier.

Die umfangreichere Versorgung der Bevölkerung kann aufgrund der bereits fixierten Fortführung des Gesundheitszentrums angeboten werden. Das ursprünglich für drei Jahre anberaumte Pilotprojekt endet heuer mit Jahresende, da sich die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) per Jahresende aus dem Gesundheitszentrum zurückziehen wird. Das neue Konzept sieht die „Gründung einer Gruppenpraxis mit erweitertem Versorgungsauftrag und Unfallchirurgie ab 1. 1. 2020 vor“, so der Gesundheitszentrumsleiter.

„Gründung einer Gruppenpraxis mit erweitertem Versorgungsauftrag und Unfallchirurgie ab 1. 1. 2020 vor“

Förderung und finanzielle Unterstützung dazu kommen aus Mitteln des Gesundheitsfonds Steiermark. Ausstattung und medizinische Gerätschaften werden von der KAGes zwar überlassen, für Wartung, Überprüfung und Instandhaltung sowie für die Wirtschaftlichkeit des Normalbetriebs, welcher wie die Ordination eines praktischen Arztes über einen Kassenvertrag verfügt, sodass den Patienten für die Leistungen keine Kosten erwachsen, zeichnen aber künftig die Inhaber selbst verantwortlich. Eine Umstellung findet auch bei der Software statt, welche die Administration vereinfachen soll.

Geöffnet bleibt indessen an sieben Tagen pro Woche, versichert Arzt Patrick Killmaier.