Suchaktion nach 88-Jährigem. Im Regen und Schneetreiben waren 80 Retter unterwegs, um vermissten Landwirten zu finden.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 26. September 2020 (09:23)

Glück im Unglück hatte ein 88-jähriger Mariazeller. Er galt als vermisst und konnte nach einer groß angelegten Suchaktion bei widrigsten Witterungsbedingungen aufgefunden werden.

Der Landwirt hatte sich am Freitag auf die Suche nach einem Werkzeug, das er am Vortag auf der Weide liegen gelassen hatte, gemacht. Da er bis am Abend nicht wieder nach Hause zurückkehrte, machten sich seine Familienangehörigen und ein Nachbar auf die Suche nach ihm, doch erfolglos. Als es finster wurde, verständigten seine Verwandten gegen 19.45 Uhr die Bergrettung Mitterbach. Auch die Exekutive wurde in Kenntnis gesetzt.

„Wir entschlossen uns, die Kameraden der Bergrettung Mariazellerland sowie die Feuerwehren Mariazell und Mitterbach nachzualarmieren“, erzählt Bergretter Karl Weber. Das Einsatzgebiet erstreckte sich immerhin über mehrere Hektar.

Während Bergretter und Polizei den Wald mit Suchhunden in der näheren Umgebung absuchten, waren die Feuerwehren mit einer Zille am Erlaufsee unterwegs und erkundeten mit Scheinwerfern das Seeufer. „Der heftige Regen, der in Schneeregen und in höheren Lagen sogar in Schnee überging, erschwerte uns die Suche“, schildert Weber. Ziel war es, den Vermissten so schnell wie möglich zu finden. „Die Temperatur war im Tal inzwischen auf drei Grad gefallen“, sagt der Bergretter über die von Minute zu Minute brenzliger werdende Situation für den Vermissten.

Um 23 Uhr durften endlich alle aufatmen: Der Pensionist wurde gefunden. „Er war ausgerutscht und über eine Böschung gestürzt“, berichtet Weber. Dabei hatte der betagte Herr sich eine Verletzung am rechten Bein zugezogen. Ein Heimmarsch war für ihn somit nicht mehr möglich. Der Mann war bereits stark unterkühlt. Nach der Erstversorgung durch Sanitäter der Bergrettung wurde er mit einer Gebirgstrage abtransportiert und dem Roten Kreuz Mariazellerland übergeben, das ihn ins Landesklinikum Lilienfeld brachte.

Rund 80 Personen der Blaulichtorganisationen hatten sich an der Suche beteiligt.