Corona-Protestmaßnahme: Karner macht Hotel & Lokale vorläufig dicht

Regierungsentscheidungen rund um Corona stoßen Erfolgsunternehmer sauer auf: Ab 10. Jänner will er zusperren.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
Mitterbach - Corona-Protestmaßnahme: Karner macht Hotel & Lokale vorläufig dicht
Robert Karner (links im Bild) beklagt „acht Zimmerstornierungen an einem Tag“. Das Hotel Mitterbach (Hintergrund) schließt nach Angaben von Karner am 10. Jänner bis auf Weiteres seine Pforten.
Foto: Lindmoser (Karner) bzw. NÖN

Knalleffekt in der Gemeinde: Unternehmer Robert Karner möchte bis auf Weiteres alle seine Beherbergungsbetriebe und Lokale (R & R Residenzen) schließen. Betroffen sind ab 10. Jänner das Hotel Mitterbach, das Apartment-Hotel, die Ferienwohnungen, die Panoramabar „Das Ko’eck“ und das „Balzplatzerl“ auf der Gemeindealpe.

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Das Hotel Mitterbach schließt nach Angaben von Robert Karner am 10. Jänner bis auf Weiteres seine Pforten.
Foto: NÖN

Drastische Maßnahmen, die Karner als Protest gegen Entscheidungen der Regierung in Sachen Corona verstanden wissen will. „Ich bin nicht gegen die Impfung und selbst gegen Covid-19 geimpft, aber was zurzeit hier in unserem Land politisch abgeht, stößt mir sauer auf“, poltert Karner.

„Was zurzeit hier in unserem Land politisch abgeht, stößt mir sauer auf.“ Robert Karner Unternehmer

So habe etwa die Silvestersperrstunde um 22 Uhr laufend zu Stornierungen im Hotel geführt. „Wir waren über Silvester schon komplett voll, dann gab es acht Zimmerstornierungen an einem Tag“, verdeutlicht Karner. 

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Robert Karner beklagt „acht Zimmerstornierungen an einem Tag“.
Foto: Lindmoser

Und auch die verfügten Maßnahmen der letzten Wochen seien für Gewerbetreibende, die in der Privatwirtschaft arbeiten, keinesfalls vertretbar. „Die, die diese Entscheidung treffen, sind meines Erachtens noch nie in der Privatwirtschaft gewesen, wo es heißt, planen zu müssen, Geld für den Einkauf auszugeben – für die kommenden Tage, Wochen und Monate“, kritisiert Karner die Krisen-Koordination GECKO.

Er könne sich etwa nicht vorstellen, dass die 22-Uhr-Sperrstunde zu Silvester die fünfte Welle verhindern oder verzögern werde. Zumal ja mitunter in Garagen und Kellern (nicht getestet) der Jahreswechsel privat weitergefeiert worden sei.

Karners weitere Breitseite in Richtung Politik: „Mir selbst geht es wirtschaftlich zum Glück gut. Nur: Ich kann das nicht mehr gutheißen, da ich von der zweiten Welle noch immer nicht mein restliches Geld (zwei Drittel sind offen) bekommen habe und auf der anderen Seite eine Steuernachzahlung tätigen soll.“

Karner bestätigt 2021 gegenüber Vor-Corona-Zeiten 35 bis 40 Prozent Umsatzeinbußen: „So kann man einen Betrieb nicht wirtschaftlich führen.“ Spürbar negativ bemerkbar gemacht habe sich auch die jüngste Ausgrenzung von Ungeimpften. Als diese noch getestet in Hotellerie und Gastro willkommen gewesen seien, sei die Lage besser gewesen.

Und: Per 1. Jänner ist zudem der aufgrund der Corona-Krise eingeführte ermäßigte Umsatzsteuersatz für Gastro und Hotellerie wieder Geschichte. „Das macht es noch einmal schwieriger“, weiß der Unternehmer. Von den anstehenden Schließungen seiner Tourismusbetriebe sind laut Karner 18 Mitarbeiter betroffen. Ein Wiederaufsperren in dieser Wintersaison sei unwahrscheinlich.

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