Trauer um Trost senior in Traisen

Begründer des Traisner Transport- und Kranunternehmens verstarb kurz nach Weihnachten im 96. Lebensjahr.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:06
Lesezeit: 2 Min
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Johann Trost senior baute das national wie international bekannte Traisner Transportunternehmen auf.
Foto: Trost

Trauer um den Traisner Parade-Unternehmer Johann Trost senior. Der Transportunternehmer verstarb am 27. Dezember im 96. Lebensjahr.

Trost wurde 1926 in Kaumberg geboren. 1933 kaufte sein Vater, Andreas Trost, das landwirtschaftliche Anwesen „Pfaffental“ in Traisen. In den Kriegsjahren führten ihn die Kampfgefechte bis in den hohen Norden. Als Kriegsgefangener musste er einem französischen Bauern dienen. Seine geschickten und fleißigen Hände waren am Hof gefragt. Somit hatte der Bauer keinen Grund, Trost über das Kriegsende zu informieren.

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Erst über ein Jahr nach dem Kriegsende kehrte Johann Trost in seine Heimat zurück. 1952 lernte er seine Frau Emma kennen. Bereits 1953 wurde der erste Sohn, Andreas Trost, geboren. Im Oktober 1954 wurde geheiratet, nur ein Jahr später kam Sohn Johann zur Welt. „Sein Vater war zur damaligen Zeit schon als Pferdefuhrwerker in der Region bekannt“, erzählt sein Enkel Johannes Trost.

1958 gründete das Ehepaar Emma und Johann das heutige Transportunternehmen in der Hainfelder Straße in Traisen. „Mit einem Steyr-Traktor samt Anhänger führte er diverse Transporte, unter anderem für die Voestalpine Traisen, durch“, erzählt Johannes Trost über die Anfänge des Familienbetriebs.

Das Unternehmen und der Fuhrpark wuchsen, so konnten Ende der 1960er-Jahre Schwer- und Sondertransporte für das ORF-Zentrum am Küniglberg vorgenommen werden. In den 1970er-Jahren stieg der Unternehmer in den Planen-Güterverkehr sowie in den Erdbau-Bereich ein. 1980 ergänzten Autobusse das Unternehmensportfolio.

Mit der Anschaffung des ersten Mobilkrans 1987 wurde die entsprechende Abteilung im Betrieb gegründet. Die 1990er-Jahre waren durch kontinuierliches Wachstum geprägt. In den 2000er-Jahren kamen die Firmenstandorte St. Pölten-Spratzern, Krems-Theiß und 2011 Traiskirchen hinzu.

In der wenigen Freizeit, die er sich gönnte, genoss er die Natur. Seine große Leidenschaft war die Jagd in seinen Revieren „Kandlhof“ und „Eibental“. Neben dem starken Wirtschaftsmann galt Trost als liebevoller Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater. Vor allem in der letzten Zeit gaben ihm die Urenkel Kraft und Frohsinn. Johannes Trost: „Nicht selten spielte und scherzte der Urli-Opa mit dem Nachwuchs, wenn er da war.“

Willensstärke, Geradlinigkeit, Durchhaltevermögen, Wort-Halten und Fleiß waren seine Ansprüche. Werte, die er versucht hat, an die nächsten Generationen weiter zu geben. Mit seinem Ableben hinterlässt Johann Trost eine große Lücke in der Familie sowie im Unternehmen.