Seuchen im Stadtmuseum Hainfeld. Von Pest über Cholera und Spanische Grippe bis Covid-19: Epidemien der Region ist neue Schau im Hainfeldmuseum gewidmet. Weitere Exponate werden entgegengenommen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 17. Oktober 2020 (03:45)

Während die Welt die Corona-Pandemie in Atem hält, sind in der Stadt Hainfeld mehrere Seuchen Thema, doch nur im Hainfeldmuseum. Seit Samstag läuft hier die neue Ausstellung „Seuchen gehören ins Museum – von Pest, Cholera und Spanischer Grippe bis Covid 19“. Initiatorinnen sind Historikerin Margarete Kowall und Kulturgemeinderätin Anita Zehetmayer.

„In der Ausstellung zeigen wir Parallelen zwischen den Seuchen der Vergangenheit und Corona"

Anlass für die Schau war Covid-19. „Da wir uns im Lockdown befanden, Archive und Bibliotheken geschlossen waren, musste ich mich neben bereits gesammelten Unterlagen vorwiegend an über das Internet zugängliche Quellen halten. Da war Matricula mit den digitalen Kirchenbüchern ideal“, berichtet Kowall über ihre Forschungsarbeit. Unzählige, oft schwer zu entziffernde Aufzeichnungen mussten gelesen, verglichen, aufgezeichnet und interpretiert werden. Später wurden sie von Carl. F. Paffinger in Statistiken umgesetzt. „Auch ,Anno‘, der digitale Lesesaal der Nationalbibliothek, half weiter und Buchhändlerin Andrea Kargl brachte mir Bücher zum Thema buchstäblich vor die Haustüre“, errinnert sich Kowall. Schnell kristallisierten sich die Pest von 1679, die Cholera von 1832 sowie die Spanische Grippe zwischen 1918 und 1920 als die größten Epidemien der Region heraus.

„In der Ausstellung zeigen wir Parallelen zwischen den Seuchen der Vergangenheit und Corona. Da geht es um Seuchenpartys und Seuchen-Skeptiker, auch Quarantäne und Lockdown waren zu allen Zeiten bei Ausbruch von Epidemien üblich“, schildert sie. Zu den Werken zählen „Crown of Creation“, eine Keramik von Josseline Engeler, „der Babyelefant“ von Matija Kac oder die Corona-Ampel von Franz Kodeska, ebenso Eulenzeichnungen von Franz Witzmann. Weitere Leihstücke werden entgegengenommen. Die Ausstellung ist bis Anfang Oktober 2021 geöffnet. Öffnungszeiten sind samstags von 13 bis 17 Uhr. Besuche auf Anfrage unter 0676/842246287.