Lilienfelder Müller fährt mit dem Tretroller bis Rom

Aktualisiert am 15. Juni 2022 | 07:03
Lesezeit: 3 Min
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„Die ersten Ausfahrten gestalteten sich eher schmerzhaft, weil beim Rollerfahren völlig andere Muskelgruppen beansprucht werden als beim Radfahren“, erzählt Martin Müller, der für sein jüngstes Abenteuer den Tretroller auspackt.
Foto: Foto privat
Ex-Sport- und Geschichtslehrer aus Lilienfeld will 1.100 Kilometer lange Strecke in den ersten drei Juli-Wochen bewältigen.
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„Alle Wege führen nach Rom“: Diesem alten Ausspruch folgend, steht der umtriebige Jung-Pensionist Martin Müller vor seinem nächsten ausgefallenen Abenteuer. Der ehemalige Sport- und Geschichtslehrer will die 1.100 Kilometer lange Strecke von Lilienfeld in die italienische Hauptstadt in den ersten drei Juli-Wochen mit dem guten alten Tretroller bewältigen.

„Die ersten Ausfahrten gestalteten sich eher schmerzhaft, weil beim Rollerfahren völlig andere Muskelgruppen beansprucht werden als beim Radfahren. Vor allem die Waden und die Gesäßmuskulatur werden dabei stark gefordert. Das Haupttraining beginnt aber erst auf der Reise selbst“, schildert der 66-Jährige.

Ersatzprojekt für Fahrt mit Scheibtruhe nach Jerusalem

Die Strecke soll über das Kanaltal bis Jesolo und dann entlang der Adriaküste bis Rimini führen. Von dort aus geht die Fahrt durch den Apennin bis Rom.

„Geschlafen wird auf Campingplätzen oder in Pensionen. Der Tretroller dient in erster Linie als rollender Gepäckträger und Sonnenschutz“, präzisiert Martin Müller. Nach den Strapazen hängt der Lilienfelder eine Woche Sightseeing in der Ewigen Stadt an.

Die Tretroller-Fahrt ist übrigens nur das Ersatzprogramm. Eigentlich wollte der 66-Jährige etwas für die Erinnerungskultur an den Holocaust tun und einen Gedenkstein mittels einer Scheibtruhe von Wien nach Jerusalem transportieren.

„Vier Monate lang wollte ich bei brütender Hitze mit meinem Gefährt über Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und Griechenland unterwegs sein und dabei 3.000 Kilometer zu Fuß zurücklegen“, erzählt der Abenteurer.

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Martin Müller hat seine bevorstehende Reise bereits auf der Landkarte eingezeichnet.
Foto: privat

Müller hatte schon jede Etappe bis ins Detail geplant und auch schon wieder viele Gastgeber gefunden, die bereit waren, sein Vorhaben zu unterstützen. Natürlich wollte er auch die Seite der Betroffenen miteinbeziehen.

„Es war daran gedacht, einen aus Kunststoff gefertigten Denkstein zu überbringen, der dann in Jerusalem mit Sand befüllt werden sollte, um der Witterung standzuhalten. Leider war das Interesse der jüdischen Seite an dieser Sache sehr bescheiden. Meist kam von den kontaktierten Behörden keine Antwort und wenn, dann fühlte man sich nicht dafür zuständig“, bedauert Müller.

Nachdem er drei Monate lang intensiv versucht hatte, jemanden zu finden, der ihm bei der Aufstellung des Mahnmals in Jerusalem behilflich sein könnte, „musste ich dieses Projekt schweren Herzens zu Grabe tragen“, betont der Lilienfelder Abenteurer.

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