Georg Fischer setzt jetzt auf Edelstahl. Mit Edelstahl-Gewindefittings will das Unternehmen europaweit durchstarten. Markt im Aufbau.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. November 2017 (05:32)
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Mit einem neuen innovativen Produkt versucht die Firma Georg Fischer (GF) Fittings die internationalen Märkte zu erobern — Edelstahl-Gewindefittings.

Die Edelstahl-Gewindefittings werden nach GF-Design aus China beschafft und am Standort in Traisen qualitätskontrolliert. Rund 600 verschiedene Artikel werden daraus für die Haustechnik, Versorgung und Industrie am Markt angeboten.

Produziert werden diese derzeit nur für Europa. „Wir gehen mutig und engagiert in diesen Markt“, sagt Geschäftsführer Bernhard Dichtl. Derzeit sei man mit dem Marktaufbau beschäftigt. „Diese Verschiebung klassischer Märkte in neue Geschäftsfelder macht sich derzeit im Umsatz noch nicht bemerkbar“, erläutert Dichtl.

„Wir verkaufen in den Libanon schon mehr als innerhalb Österreichs.“ Bernhard Dichtl, Geschäftsführer Georg Fischer Fittings

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GF-Geschäftsführer Bernhard Dichtl präsentiert die neuen Fittings aus Edelstahl.

Das Metallgeschäft wird nicht leichter. „Die Konkurrenz aus Asien mit den Billigprodukten ist stark“, so Dichtl. Dennoch ist man mit dem Umsatz des Vorjahres von 53,521 Millionen Euro zufrieden. Mit Jahresende 2017 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 53,600 Millionen Euro. „Vor allem der Benelux-Raum ist für uns wichtig. Dort sind wir stark vertreten. Hier konnten wir den Markt mit unserem Stammprodukt von 50 auf 70 Prozent steigern“, sagt Dichtl. Ein weiterer wachsender Markt ist Norwegen. Auch hier konnte der Marktanteil von 65 auf 70 Prozent gesteigert werden.

Asien als größter Konkurrent am Markt

Ebenso Bedeutung hat der italienische Markt mit einem neuen Großkunden – Ireti – im Süden Italiens. „Uns ist auch das Netzwerk zu Händlern sehr wichtig“, betont er. Nicht zu unterschätzen als Abnehmer ist der Nahe Osten. „Wir verkaufen in den Libanon schon mehr als innerhalb Österreichs“, erläutert Dichtl. Großes Potenzial sieht er auch im Iran. „Nur war es hier zum Teil sehr schwierig, mit den Genehmigungen. Alleine in Österreich waren vier Ministerien involviert“, führt der Geschäftsführer weiter aus.

Großbritannien als Sorgenkind

Als größtes Problem sieht er derzeit Großbritannien. „Der schwache Pfund bringt Einbußen“, erklärt er. Auch die stark gestiegenen Rohstoffpreise beim Schrott sind zunehmende Herausforderung für den Abschluss eines erfolgreichen Geschäftsjahres. 2017 hat die Firma 4,2 Millionen Euro in die Modernisierung des Unternehmens investiert (NÖN/44), 2018 sind rund fünf Millionen Euro vorgesehen. Derzeit zählt Georg Fischer Fittings 427 Mitarbeiter, davon 318 Arbeiter und 82 Angestellte, 49 Leiharbeiter und 23 Lehrlinge.