Eschenaus Ortschef Kaiser: „Pandemie hat das Leben im Ort verändert“

Bürgermeister Alois Kaiser erzählt über den Umgang mit Corona und warum Eschenau das Gemeindezentrum braucht.

Erstellt am 10. Januar 2022 | 04:34
Lesezeit: 2 Min
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Bürgermeister Alois Kaiser weiß um die Notwendigkeit des neuen Gemeindezentrums und der Aufschließung des Betriebsgebiets in Rotheau.
Foto: Gemeinde Eschenau

Das zweite Corona-Jahr. Das spürte auch die Gemeinde Eschenau. Bürgermeister Alois Kaiser zieht Bilanz und appelliert an das soziale Gewissen seiner Bürger zur Pandemie-Eindämmung.

NÖN: 2021 – das zweite Jahr der großen Herausforderungen für Kommunen. Sehen Sie 2022 einen Hoffnungsschimmer?

Alois Kaiser: 2021 war ein schwieriges Jahr. Die Hoffnung, die Pandemie hinter uns zu lassen, wurde nicht erfüllt. Damit wurde die Gemeindearbeit mit Videokonferenzen fortgesetzt. Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben. Für 2022 bleibt die Hoffnung auf eine Entspannung in der Pandemie mit der Rückkehr zu den üblichen Arbeitsabläufen.

Wie hat Corona das Leben im Ort verändert?

Natürlich hat die Pandemie das Leben auch bei uns grundlegend verändert. Das soziale Zusammenleben wurde auf ein Minimum reduziert. Diese Situation ist besonders für Jugendliche und Senioren sehr belastend.

„Ein Ort, in dem Veranstaltungen mit mehr als 80 Personen nicht durchgeführt werden, können hat ein Problem.“ alois Kaiser Bürgermeister von Eschenau

Abgesehen von den Vereinen und Organisationen bietet Eschenau der Jugend keinen Treffpunkt. Wo könnte man diesen schaffen?

Wir hoffen, mit unserem geplanten Gemeindezentrum wieder einen solchen für die Jugend einrichten zu können.

Warum ist das neue Gemeindezentrum noch so wichtig?

Wir als Gemeinderat haben die Verpflichtung, die Zukunft der Gemeinde zu gestalten. Corona hin oder her, es gibt auch eine Zeit nach Corona und die gilt es, im Auge zu behalten. Ein Ort, in dem Veranstaltungen mit mehr als 80 Personen nicht durchgeführt werden können, hat ein Problem. Veranstaltungen beleben das Geschäft und erhalten die sozialen Kontakte. Im Jahr 2022 muss die Planung und Finanzierung erarbeitet und damit die Grundlage zur Umsetzung dieses Projektes geschaffen werden.

Sind Wohnbauprojekte oder die Aufschließung von Bauparzellen in nächster Zeit geplant?

Größere Wohnbauprojekte sind derzeit nicht vorgesehen. Noch im Jahr 2021 wurden aber die Aufschließungsarbeiten im Betriebsgebiet Rotheau vorgenommen. Dadurch werden ab 2022 auch wieder einige Betriebe entstehen. Damit wird die Gemeinde durch zusätzliche Arbeitsplätze aufgewertet.

Wie sieht es um die Corona-Impfbereitschaft im Ort aus?

Die Impfbereitschaft in Eschenau liegt im Landesdurchschnitt. Leider werden bei den Diskussionen um die Impfpflicht viele Dinge vermischt. Die entscheidende Frage aber, wer die Verantwortung bei einer Überlastung des Gesundheitssystems übernimmt, wird nie angesprochen. Viele reden von der persönlichen Freiheit, dass diese auch mit einer persönlichen Verantwortung verbunden ist, scheint nicht allen bewusst zu sein. Ich hoffe aber sehr, dass diese Pandemie das Demokratieverständnis und das soziale Gewissen der Menschen stärkt und dadurch die Spaltung der Gesellschaft letztlich überwunden werden kann.