Traisen

Erstellt am 01. April 2017, 07:55

Miguel Herz-Kestranek: „Innenpolitik verboten“. Warum Miguel Herz-Kestranek Leute niveauvoll zum Lachen bringen möchte und warum er weiter an ein friedliches und geeintes Europa glaubt, erzählt er im NÖN-Interview.

Besuch in der Künstlergarderobe: Bürgermeister Herbert Thumpser (vorne, l.), Kulturreferentin Heidemarie Edelmaier und Gemeinderätin Monika Feichtinger (hinten, v. l.) stellten sich bei Schauspieler Miguel Herz-Kestranek (vorne, rechts) zum kurzen Plausch ein. Mehr über Miguel Herz-Kestranek unter  |  NOEN, .

Schauspieler und Buchautor Miguel Herz-Kestranek begeisterte am vergangenen Freitag im Volksheim mit seinem jüngsten Programm. Im NÖN-Interview erzählt er über Inhalte der Programme aus seiner Lachertorten-Serie, sein Schauspielerdasein und seinen festen Glauben an ein vereintes Europa.

NÖN: Worum geht es im Programm „Lachertorten mit Schlag“?
Miguel Herz-Kestranek: Das ist seit Jahren der Übertitel meiner kabarettistischen Lesungsserie. Da gibt’s immer neue Theater- und Opernanekdoten, Geschütteltes, Geblödeltes, Humoriges zu aktuellen Themen und Schmankerln aus meinem letzten Buch „Die Frau Pollak, oder Wie mein Vater jüdische Witze erzählte“.

Was ist die Herausforderung an einem Soloauftritt ?
Man ist für den ganzen Abend allein verantwortlich, das ist aber auch das Schöne daran. Das Publikum ist immer neu — und Leute zum Lachen zu bringen, halte ich für das Schönste und Wichtigste. Es ist aber auch das Schwerste. Komödianten stehen meist an letzter Stelle in der Bühnenhierarchie, obwohl sie den Menschen die meiste Freude bringen. Tragödien gibt es genug im Leben, die muss ich nicht auch noch auf der Bühne sehen.

Was war Ihre bisher herausfordernste Rolle?
Der Tevje im Musical „Anatevka“, aber das war bislang auch meine liebste Rolle.

Welche Rolle hätten Sie noch gerne gespielt?
Den Jedermann, aber dafür bin ich jetzt zu alt.

Viele Ihrer Aktivitäten sind der europäischen Einheit gewidmet. Warum?
Innenpolitik hat mir mein Arzt verboten. Nein, im Ernst, ich halte das „Projekt Europa“ für unverzichtbar. Trotz aller Widrigkeiten, oder gerade deswegen, bin ich überzeugt vom größten freiwilligen (!) Demokratie- und Friedensprojekt der Geschichte. Neben zahllosen eigenen Fehlern ist die Nationalisierung der Erfolge und die Europäisierung der Misserfolge durch fast alle Politiker das größte Manko. Deshalb gilt es, das Positive zu betonen und die Menschen wieder zu begeistern. Ich schreibe viel darüber und rede mit jedem, wo ich kann. Auch freuen mich neue Bewegungen wie „Puls of Europe“, die den Einigungsgedanken weitertragen.