Karl Slama sagt der Politik in Traisen ade. 66-Jähriger legt sein Amt als Vizebürgermeister in Traisen nieder. Mit der NÖN blickt er auf sein Wirken zurück.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 14. April 2021 (04:29)
Auszug aus dem Rathaus: Karl Slama hat sein Amt als Traisner Vizebürgermeister niedergelegt. : privat
Privat

„Mit 66 Jahren fange ich ein neues Leben an“: Dem legendären Song von Udo Jürgens folgend, legte Karl Slama (SPÖ) sein Amt als Traisner Vizebürgermeister nieder. Im NÖN-Gespräch blickt er auf 30 Jahre Arbeit im Gemeinderat, elf davon als Vizeortschef, zurück.

NÖN: Ihr Rückzug aus der Politik  – ein spontaner Entschluss?
Karl Slama: Nein. Ich habe gesagt, mit 66 Jahren höre ich auf. Das habe ich auch gemacht. Ich denke, jetzt ist die Zeit gekommen, jemand anderem die Möglichkeit zu bieten, seine Ideen für die Traisner Bevölkerung umzusetzen.

Bürgermeister Herbert Thumpser und Sie sind als Nachbarn in Scheibmühl aufgewachsen. Hätten Sie sich gedacht, dass Sie beide einmal an der Spitze der Gemeindeführung stehen würden?
Nein. Im Gegensatz zu Herbert Thumpser war ich in der Familie politisch nicht ,vorbelastet‘. Meine Eltern waren nicht im Gemeinderat. Mein Einzug in den Gemeinderat erfolgte erst 1991. Ich war damals als Fußballer relativ bekannt, spielte in der Landesliga. Alfred Krickl, damals SPÖ-Ortsparteivorsitzender, sprach mich an, mitzumachen.

Worauf legten Sie bei Ihrer politischen Arbeit besonders wert?
Die Partei selbst war mir nie so wichtig. Natürlich identifiziere ich mich mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie, vorrangig war mir aber immer über Parteigrenzen hinweg etwas für die Traisner zu erreichen.

Sie waren elf Jahre Vizebürgermeister. War da nie das Bürgermeisteramt ein Ziel?
Nein. Ich wollte einfach immer für und mit den Bürgern gemeinsam Projekte umsetzen. Das war meine Leitlinie über drei Jahrzehnte.

Ich wollte einfach immer für und mit den Bürgern gemeinsam Projekte umsetzen

Wo sahen Sie die Schwerpunkte Ihrer Gemeindetätigkeit?
Sich für die Bürger einsetzen, oft war das für die WAG-Siedlungsbewohner. Da habe ich keine Konflikte gescheut. Ab 1995 war ich Umweltgemeinderat. Da habe ich den Pflanztag eingeführt, ab 2000 war ich für die Schulen und Kindergärten zuständig. Die Modernisierung dieser, insbesondere die Einführung der EDV in den Bildungsbereich, war mir sehr wichtig.

Was bezeichnen Sie als Ihre Herzensprojekte?
Einerseits die Neugestaltung des Bereichs mit dem Kreisverkehr in der Traisner Siedlung, aber auch Gemeinde 21-Projekte wie die Neugestaltung des Rathausplatzes und des Weltmeister-Fitnessweges. Mein Lieblingsprojekt, der Wochenmarkt, ist leider auf Dauer nichts geworden.

Was macht der Ex-Vizebürgermeister jetzt in der Polit-Pension?
Ich werde vermehrt wieder meine Freizeit genießen – mit der Familie, insbesondere den Enkelkindern. Natürlich werde ich viel Sport betreiben, Walken und Rad fahren. Und wenn es wieder geht: Reisen!

Was möchten Sie Ihrem oder Ihrer Nachfolger/in mitgeben?
Nichts. Ich möchte niemandem eine Latte vorlegen. Ich wünsche mir, dass Traisen eine Wohlfühlgemeinde bleibt.