Wolfgang Labenbacher über seine Zeit in Quarantäne. Lilienfelds Bürgermeister Wolfgang Labenbacher über seine Zeit in Quarantäne.

Von Markus Zauner. Erstellt am 24. März 2020 (04:13)
„Ich werde hauptsächlich von zu Hause aus arbeiten“, kündigt der frisch aus der Quarantäne entlassene Bürgermeister Wolfgang Labenbacher an. In Isolation feierte er letzten Samstag übrigens auch seinen 68. Geburtstag.
privat

Bis Sonntag war Bürgermeister Wolfgang Labenbacher (68) in häuslicher Isolation, weil er Kontakt mit einem am Coronavirus erkrankten Lilienfelder hatte. Im NÖN-Exklusivinterview spricht das Lilienfelder Stadtoberhaupt über die Zeit der Quarantäne.

NÖN: Das Wichtigste vorweg: Geht es Ihnen gut?
Wolfgang Labenbacher: Ich bin bis jetzt ohne Symptome geblieben, es geht mir gut. Ich befasse mich jetzt schon mit der Zeit nach Covid-19 und die Auswirkungen auf die Stadtgemeinde Lilienfeld.

Wie haben Sie Kontakt zur Außenwelt gehalten?
Ich habe die Quarantäne strikt eingehalten und hatte viele telefonische Kontakte, auch per SMS und Mail war ich mit der Außenwelt verbunden. Viele haben sich bei mir besorgt gemeldet. Ich habe das Gefühl, dass es vielen Mitbürgern nicht egal ist, wie es mir in dieser Situation persönlich geht und ob ich eventuell infiziert sein könnte.

„Viele haben sich bei mir besorgt gemeldet. Ich habe das Gefühl, dass es vielen Mitbürgern nicht egal ist, wie es mir in dieser Situation persönlich geht.“ Bürgermeister Wolfgang Labenbacher

Wie haben Sie sich die Zeit vertrieben?
Ich habe im Haushalt schon lang anstehende kleine Reparaturen und Arbeiten erledigt, für die vorher nie Zeit war — zum Beispiel verkalkte Wasserarmaturen gereinigt, lose Scharniere bei Kästen befestigt, gekocht und so weiter. Und das Weihnachtsgeschenk, das Buch „Österreichische Geschichte“ von Ernst Bruckmüller, beinahe 700 Seiten, bearbeite ich noch.

Wie haben Sie den amtsführenden Vizebürgermeister Manuel Aichberger von daheim aus unterstützen können?
Mit dem Vizebürgermeister und dem Stadtamtsdirektor war ich laufend in Kontakt. Vizebürgermeister Manuel Aichberger hat die Amtsgeschäfte mit großer Sorgfalt und Umsicht besorgt. Es war für mich sehr beruhigend zu wissen, dass die Gemeinde vorbildlich in der Sache vorgeht. Die Bevölkerung wurde durch eine Sondernummer der Stadtnachrichten informiert, die Spielplätze wurden gesperrt, Sitzungen abgesagt. Außerdem wurde die Betreuungssituation in den Kindergärten und Schulen erhoben, eine Diensteinteilung für die Gemeindebediensteten erstellt, die Erreichbarkeit der Gemeinde gesichert, der Parteienverkehr geregelt, die Einkaufshilfe geschaffen. Also insgesamt hat Lilienfeld rasch notwendige Maßnahmen gesetzt.

Was war besonders schwierig in Quarantäne?
Dem Enkel habe ich verboten, uns zu besuchen. Mit zweieinhalb Jahren wird er das noch nicht wirklich verstehen – aber mit WhatsApp-Video hatten wir Kontakt.

Wie geht es für Sie jetzt als Bürgermeister weiter?
Seit Montag bin ich wieder in Dienst. Ich werde aber ganz exakt darauf achten, keine Kontakte zu haben und die Regeln einhalten – Abstand mindestens zwei Meter, Hände waschen usw. Vorsicht ist ein Gebot. Ich werde hauptsächlich von zu Hause aus arbeiten.

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