Direktvermarktung boomt in Rohrbach

Mit verstärktem Zulauf ist der Trend zur Regionalität bemerkbar: Landwirte setzen vermehrt auf Direktvermarktung.

Erstellt am 09. Januar 2022 | 06:02
Lesezeit: 3 Min
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„Ochsenfleisch ist ein ganz besonderes Qualitätsfleisch, da die Aufzucht sehr zeit- und futterintensiv ist“, wissen Thomas Kahrer und Magdalena Gramm vom „Weingartnerhof“, hier mit Kälbchen „Bruno“.
Foto: Steyrer

Rund dreißig landwirtschaftliche Betriebe zählt das Dorf, die verstreut in den Katastralgemeinden zu finden sind. Einige davon sind Direktvermarkter, die ihre hochwertigen und schmackhaften landwirtschaftlichen Erzeugnisse in der Jausenstation, im Selbstbedienungsladen oder direkt am Bauernhof verkaufen. Rohrbachs Bewohner schätzen diese regionalen, bäuerlichen Produkte sehr.

Vielfach bei Ab Hof in Wieselburg überzeugt

Verkauft wird, was am Bauernhof wächst und verarbeitet wurde. Rohrbachs Säfte, Moste, Cider, aber auch Hochprozentiges sind beispielsweise weit über die Grenzen von Niederösterreich bekannt. Mit ihren regionaltypischen Produkten haben Heidi und Thomas Rosenbaum von der gleichnamigen Mostbuschenschank in Durlaß schon vielfach bei der Ab Hof-Messe in Wieselburg überzeugt. Jahr für Jahr fahren die Betreiber des „Leitner-Hofes“ einen wahren Medaillenregen für ihre regionaltypischen Produkte ein.

In eine nachhaltige Zukunft investiert zudem die „LebensGut-Landwirtschaft“, auch LeGuLa genannt, in der Katastralgemeinde Prünst. Angegliedert an die Gemeinschaft „Lebensgut-Miteinander“ bewirtschaftet die LeGuLa seit sieben Jahren eine Fläche mit biologischem Gemüseanbau.

Das erntefrische und saisonale Gemüse gibt es im Ab Hof-Verkauf (Mai bis November) oder in Form eines Ernteanteils (wöchentliches Gemüse garantiert von Mitte Mai bis Ende Dezember). Im Frühjahr beginnt wieder der Jungpflanzenverkauf. Dabei liegt der Schwerpunkt auf samenfesten Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten.

Motto: „Nur gemeinsam sind wir stark“

Mit ihren regionalen Erzeugnissen punkten zudem die Bernreiter Landwirte Thomas Kahrer und Magdalena Gramm sowie Herbert und Nicole Panzenböck, die seit geraumer Zeit neben einer hervorragenden Qualität bäuerlicher Produkte auch eine qualitätsbewusste Vermarktung anbieten.

Beim „Weingartnerhof“ liegt das Hauptaugenmerk auf dem Verkauf von Ochsenfleisch. Vom „Wieser-Hof“ schätzt die Bevölkerung vorwiegend die Milch-Produktion und die Erzeugung von selbst gemachtem Joghurt der Marke „Wieser-Kandl“.

Aber: Eine strenge Einhaltung der Hygienevorschriften und die Erzeugung gentechnikfreier Produkte stehen in allen landwirtschaftlichen Betrieben im Vordergrund. Unter dem Motto: „Nur gemeinsam sind wir stark“, sind die Bernreiter Jung-Landwirte mit ihrer nachhaltigen Nahversorgung auf der Plattform „wirbernreiter“ zu finden.

Magdalena und Thomas haben den „Weingartnerhof“ von Magdalenas Vater Leopold Gramm übernommen. Seither verarbeiten und vermarkten sie die Simmentaler Fleckviehrinder.

„Das Ochsenfleisch erhält durch die längere Mast und Weidehaltung mehr intramuskuläres Fett, das zu mehr Aroma und Saftigkeit beiträgt. Ochsenfleisch ist ein ganz besonderes Qualitätsfleisch, da die Aufzucht sehr zeit- und futterintensiv ist“, erzählt Jungbauer Thomas Kahrer, der selbst von einen landwirtschaftlichen Betrieb in St. Veit abstammt.

„Im Sommer auf der Weide und im Winter im Stall, wo wir auf 100 Prozent selbst erwirtschaftetes Futter unserer Grünlandflächen setzen. Es bereitet mir große Freude, den Menschen in unserer Region hochwertige Lebensmittel anbieten zu können und im Kreislauf der Natur zu arbeiten“, ergänzt Magdalena Gramm.

Botschafter regionaler Produkte sind zudem Herbert und Nicole Panzenböck vom „Wieser-Hof“. Vor einem halben Jahr eröffneten sie in Bernreit das „Wieser Standl“, einen schmucken Selbstbedienungsladen, der von elf Familien mit frischen Produkten – wie Joghurt und Milch, Fleisch, Eier, Käse, Erdäpfel, Brot und Aroniaprodukte – versorgt wird.

Der Saison entsprechend wird das Qualitätssortiment der bäuerlichen Produkte stets erweitert. „Die Leute wollen wissen, wo ihr Essen herkommt“, freut sich Nicole Panzenböck, dass die heimischen Kunden ein deutliches Zeichen gegen die industrialisierte Produktion von Lebensmitteln setzen.

Im „Wieser-Standl“ in Bernreit schließt sich der Kreis der Rohrbacher Direktvermarkter, denn dort sind ebenfalls die vielfach ausgezeichneten Qualitätsprodukte vom „Leitner-Hof“ zu finden.