Taktfrequenz stellt größtes Problem im Bezirk Lilienfeld dar

Aktualisiert am 14. Juni 2022 | 20:01
Lesezeit: 3 Min
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Die bedeutsamste Strecke im Bezirk Lilienfeld ist die Traisentalbahn. Sie soll modernisiert werden.
Foto: Kasparovsky
Für die Traisentalbahn gibt es große Pläne zur Modernisierung der Bahnstrecke – und für den Halbstundentakt im Gölsental.
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Der Wirbel um überfüllte Züge und Busse, die mitunter sogar Passagiere mit gültigen Tickets verlassen mussten, hat die Diskussion um den öffentlichen Verkehr wieder belebt.

Die NÖN hat sich umgehört, welche Neuigkeiten es rund um die Öffis im Bezirk gibt.

2021 Schleritzko-Ankündigung für durchgängigen Taktfahrplan

Die bedeutsamste Strecke im Bezirk Lilienfeld ist die Traisentalbahn. Pläne für die Modernisierung werden schon länger gewälzt. Im Dezember des Vorjahres gab es dann die Meldung, dass die Traisentalbahn weiter attraktiviert werden soll.

„Die sogenannte Infrastrukturentwicklung für die Traisentalbahn wurde abgeschlossen. Damit steht fest, in welche Richtung sich die Regionalbahn entwickeln wird: Wir werden die Strecke ausbauen und elektrifizieren“, hieß es im Vorjahr von Landesrat Ludwig Schleritzko.

Zusätzlich kündigte Schleritzko einen durchgängigen Taktfahrplan an: „Ziel ist ein Stundentakt bis Schrambach/Hainfeld und ein exakter Halbstundentakt zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend in beide Richtungen wiederum bis Schrambach/Hainfeld“. Für die Umsetzung der Pläne müssten über 100 Millionen Euro investiert werden, heißt es aus dem Büro des Mobilitätslandesrates.

„Grundsätzlich bin ich mit der Zugverbindung sehr zufrieden, nur fehlt der Halbstundentakt im Gölsental.“ ANdreas Klos Pendler, Hainfeld

Eine Neuerung, das Verkehren der Züge an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen als verstärkte Doppelgarnitur anstatt als Einfachgarnitur, ist indes bereits im April in Kraft getreten.

Vizeortschef Andreas Klos aus Hainfeld ist Zug-Pendler zwischen St. Pölten und Hainfeld. Er kennt das Problem mit dem Fahrplan und dem Stundentakt entlang der Gölsen-Traisentalstrecke. „Grundsätzlich bin ich mit der Zugverbindung sehr zufrieden, nur fehlt der Halbstundentakt im Gölsental, der bereits zu gewissen Zeiten im Traisental verfügbar ist“, schildert Klos.

SPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Fischer plädiert für ein S-Bahn- und S-Bus-Netz, das den gesamten Bezirk Lilienfeld und den niederösterreichischen Zentralraum verbindet. „Aufgrund der fehlenden Ausweichstelle ist zwischen Traisen und Hainfeld derzeit nur ein 60-Minuten-Takt möglich“, bestätigt Fischer wie Klos das Problem. Daher fordert die SPÖ die Errichtung ebendieser Ausweiche, um eine höhere Taktfrequenz zu realisieren.

Zusätzlich möchte sich die Partei für die Wiederöffnung der Strecke Schrambach- Freiland für den Personenverkehr einsetzen. Zufrieden zeigt sich ÖVP-Bezirksparteiobfrau Sandra Böhmwalder: „Ich glaube, wir haben mit der Traisentalbahn eine gute Verbindung, die den breiten öffentlichen Verkehr in unserem Bezirk gut abdeckt.“ Die ÖVP im Bezirk sieht aber auch Verbesserungspotenzial im öffentlichen Verkehr und meint, dass laufend Schritte unternommen werden, um die Öffis auszuweiten. „Dass billigere Tickets zu einem Mehr an Nachfrage führen würde, haben wir immer gesagt - jetzt muss der Ausbau des Angebotes vorangetrieben werden“, erklärt Böhmwalder.

Das Klimaticket ist mitunter ein Grund für die erhöhte Personenfrequenz bei Bus und Zug. Rund 630 Klimatickets wurden alleine im Bezirk Lilienfeld erworben. Im Vergleich zu anderen Bezirken ist das ein sehr guter Wert.

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