St. Veiter (23) rastete aus. Junger Erwachsener drohte bei einer ausgelassenen Geburtstagsparty im Vollrausch, seinen Nachbarn umzubringen. Richter geht von „milieubedingter Äußerung“ aus: Freispruch.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Oktober 2019 (03:49)
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Symbolbild

Eine abgebrochene Lehre. Ein Alkoholproblem in der Vergangenheit. Rund 50.000 Euro Schulden. Etliche Monate offene Strafe: Die letzten Jahre eines jungen St. Veiters gestalteten sich nicht gerade vorteilhaft für seinen weiteren Lebensweg.

Am Donnerstag musste sich der amtsbekannte 23-Jährige wieder einmal vor dem Richter verantworten. Gefährliche Drohung wurde ihm zur Last gelegt.

„Ich glaube nicht, dass Sie jemanden absichtlich in Furcht und Unruhe versetzen wollten.“ Richter zum angeklagten St. Veiter

„Meinem Mandanten tut sein Verhalten sehr leid“, gab sein Verteidiger Peter Eigenthaler an — auch, dass „der letze Ausrutscher für seinen Mandanten aufgrund der Vorstrafen fatal“ sei. Der junge Erwachsene, der Bewährungshilfe hat und während des „elektronischen Hausarrests“ nichts getrunken haben will, hatte bei seiner Geburtsfeier einen „Ausrutscher“. Was genau vorgefallen sein soll, an das kann er sich aufgrund seines hohen Alkoholkonsums nicht mehr erinnern — nur, „dass er zuerst drei Bier, dann einen weißen Spritzer und schließlich alles durcheinander getrunken hat“.

Sein Nachbar rief auf jeden Fall die Polizei. „Der Lärm war ja nicht das erste Mal. Zuerst habe ich darüber hinweggesehen und das Fenster zugemacht. Irgendwann war es aber zu viel“, schildert dieser. Als der Nachbar mit der Polizei drohte, ergriffen sämtliche Geburtstagsgäste die Flucht. Kaum 30 Sekunden später sei der Angeklagte mit nacktem Oberkörper auf der dortigen Verkehrsinsel erschienen.

Worte wie „Welches Arschloch war das?“ und „Ich bring‘ Dich um!“ sollen gefallen sein. Der Richter mahnte den Angeklagten: „Sie haben so viele Monate offen. Sie wissen schon, dass da zwei Jahre dazukommen können?“ Der Bewährungshelfer verwies „bis auf den einen ,Ausreißer‘“ auf den guten Verlauf der Bewährung seines Klienten, auch dass sich dieser in Psychotherapie befindet. Dies unterstrich Eigenthaler und bat um Milde, „damit sein Mandant nicht völlig abgleitet“.

Der Richter urteilte einen Freispruch: „Ich glaube nicht, dass Sie jemanden absichtlich in Furcht und Unruhe versetzen wollten.“ Eher müsse man aufgrund der ländlichen Region davon ausgehen, dass es „sich um den Paradefall einer milieubedingten Äußerung gehandelt hat“.