Bezirk Lilienfeld: Erstmals pendeln mehr ein als aus . Das gab es noch nie: Mit einem Plus von 18 Personen hat Bezirk positiven Pendler-Saldo. Verantwortlich ist breites Jobangebot.

Von Markus Zauner. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:00)
Josef Indra und Burkhard Eberl (v. l.) präsentieren die aktuelle Pendlerstromanalyse.
Zauner

Für die Jahre 2014 bis 2019 hat die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) die Entwicklung der Pendlerströme unter die Lupe genommen — mit zwei erstaunlichen Erkenntnissen für den Bezirk Lilienfeld. Erstens: Der Pendler-Saldo ist mit einem Plus von 18 Personen erstmals positiv. Das heißt: Es gibt mehr Einpendler (3.733) als Auspendler (3.715) Und zweitens: Der Index der Arbeitsbevölkerung liegt mit 100,2 knapp über 100, das gab es auch noch nie. Heißt anders ausgedrückt: Die heimischen Gefilde stellen mehr Arbeitsplätze zur Verfügung als unselbstständig Beschäftigte im Bezirk wohnen.

NOEN

Weniger überraschend hingegen: Die Arbeitnehmer aus Lilienfeld pendeln vorrangig nach St. Pölten (57 Prozent), gefolgt von Wien (15,4 Prozent). Die meisten Einpendler (39,6 Prozent) zählt Lilienfeld aus dem Nachbarbezirk St. Pölten, wobei allerdings nur 5,8 Prozent der gesamten Auspendler aus St. Pölten nach Lilienfeld in die Arbeit fahren.

Für AK-Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl ist die druckfrische Pendlerstromanalyse der AKNÖ aus Bezirkssicht „sehr erfreulich“ . Den positiven Pendler-Saldo macht er am Arbeitsplatzzuwachs in den Bereichen Pflege (Landesklinikum Lilienfeld und Pflegeheime) sowie Industrie fest, wobei Eberl speziell die Firmen Neuman (Lilienfeld) und Roth Technik (St. Aegyd) nennt. Gerade die heimischen Großbetriebe würden viele Einpendler in den Bezirk bringen. Josef Indra, Kammerrat der AK Niederösterreich und Betriebsratschef bei der Firma Neuman, belegt das mit einer Zahl: „Rund 35 Prozent der Beschäftigten bei Neuman sind Einpendler aus anderen Bezirken.“ AK-Chef Burkhard Eberl weiß zudem: „Die Nähe zur Landeshauptstadt ist für uns von Vorteil.“

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