Sonnenstrom auf öffentlichen Gebäuden in Lilienfeld. PV-Anlagen sollen auf dem Dach der Volksschule, beim Sportplatz und Lift installiert werden. Geplant ist dazu auch eine Bürgerbeteiligung.

Von Markus Zauner. Erstellt am 03. März 2021 (04:16)
Vizebürgermeister Manuel Aichberger, auch zuständig für Infrastrukturprojekte der Gemeinde, und Bürgermeister Wolfgang Labenbacher freuen sich mit Monika Panek und Martin Ruhrhofer von der Energie und Umweltagentur Niederösterreich über die geplanten PV-Anlagen in Lilienfeld. Symbolisch wurde dazu bereits ein PV-Anlagenpaneel bei der Volksschule in Augenschein genommen.
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Die Stadtgemeinde Lilienfeld investiert weitere 160.000 bis 190.000 Euro in eine nachhaltige Klima- und Umweltpolitik. Um diese Summe sollen in den nächsten Monaten gleich drei Photovoltaik-(PV)-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden errichtet werden. Und zwar auf dem Dach der zu sanierenden Volksschule, im Bereich des Sportplatzes und bei der Muckenkogel-Liftanlage.

„Zusätzlich planen wir, heuer noch ein weiteres Elektroauto im Gemeindefuhrpark in Betrieb zu nehmen und könnten dann den dafür benötigten Strom selbst erzeugen“, informiert Bürgermeister Wolfgang Labenbacher.

„Die Stadt wird durch die PV-Anlagen ihre Energiekosten reduzieren können, die Bürger erhalten für ihr Investment eine attraktive Rendite.“ Vizebürgermeister Manuel Aichberger

Die Stadtgemeinde will zudem jedem Bürger die Option bieten, sich an den geplanten PV-Anlagen zu beteiligen und damit direkt vom Klimaschutz zu profitieren. Möglich werden soll das, indem die Bewohner „Sonnenscheine“ für die PV-Anlagen auf der Volksschule und auf dem Sportplatz erwerben können. Damit will man die Photovoltaik-Paneele finanzieren, alle Beteiligten sollen so über die nächsten Jahre einen „Sonnenbonus“ erhalten. Auf diesem Wege entstehe eine Win-win-Situation, betont Vizebürgermeister Manuel Aichberger: „Die Stadt wird durch die PV-Anlagen ihre Energiekosten reduzieren können, die Bürgerinnen und Bürger erhalten für ihr Investment eine attraktive Rendite und vor allem leisten wir als Gemeinde einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz in Lilienfeld.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Bereits seit dem Jahr 2015 können wir in Niederösterreich 100 Prozent des gesamten Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Sicher und sauber, aus Wind, Wasser, Biomasse und der Kraft der Sonne. Gerade Projekte wie jenes der Stadtgemeinde Lilienfeld sind Initiativen, die weit über die Bezirksgrenzen hinausstrahlen und zum Nachmachen einladen.“

Um den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen, ist die Gründung einer Energiegemeinschaft vorgesehen, vorausgesetzt die Bundesregierung setzt die notwendigen Rahmenbedingungen dafür. „Die Energiegemeinschaft erlaubt uns, insbesondere in den Sommermonaten unseren Eigenstromverbrauch zu erhöhen. Dadurch werden wir die Amortisationszeit aller drei Photovoltaik-Anlagen unter zehn Jahre drücken können“, erklärt Energie- und Umweltstadtrat Thomas Gravogl die Beweggründe, weshalb man sich für eine solch innovative Methode entschieden hat.

Diverser Überschussstrom aus den neuen PV-Anlagen auf den öffentlichen Lilienfelder Gebäuden soll übrigens für das städtische Freibad nutzbar gemacht werden.