Aus für den Markt in Traisen ist fix. Keine Kunden, keine Aussteller und Corona: Der Wochenmarkt in Traisen ist Geschichte.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:33)
Vizebürgermeister Karl Slama ist enttäuscht, dass der Traisner Wochenmarkt bei den Bürgern so wenig Resonanz fand.
privat

Es war eine gut gemeinte Idee, doch sie wurde auf Dauer zu wenig angenommen — der Wochenmarkt am Traisner Rathausplatz.

„2021 ist Schluss. Es wird keinen Wochenmarkt mehr geben. Es schaut nicht so aus, als dass es Sinn machen würde, diesen wieder aufzusperren“, sagt Vizebürgermeister Karl Slama auf NÖN-Anfrage, ob mit dem Lockdown light auch der Wochenmarkt wieder seine Pforten öffnen wird. „Die Frequenz war einfach viel zu niedrig“, begründet Slama seinen Entschluss. Er hat den Markt ins Leben gerufen. „Ich habe da wirklich mein Herzblut hineingesteckt. Als er stattfand, war ich jeden Samstag dort“, erzählt er.

„Ich habe da wirklich mein Herzblut hineingesteckt.“ Karl Slama, Vizebürgermeister und Wochenmarkt-Initiator

Die NÖN berichtete seit der Installierung über die Entwicklung und letztlich auch über den schleichenden Untergang des Wochenmarktes.

Auftakt war im September 2017. „Wir starteten wirklich super mit 14 Ständen“, erinnert sich Slama. Sein großes Ziel war es, Bürger zum Kauf regionaler Produkte heimischer Produzenten im gemütlichen Ambiente zu animieren. Slama: „Unser Wochenmarkt hätte sich außerdem zum Kommunikationszentrum entwickeln sollen. Ein Ort, an dem man sich trifft, gemütlich plaudert und die heimischen Produzenten durch den Einkauf stützt.“

„Die Leute gehen sichtlich doch lieber zum Diskonter“

Doch das Konzept ging nicht auf, zumindest nicht auf Dauer. „Das erste Jahr war super, vielleicht, weil es neu war, aber dann wurden die Besucherzahlen weniger“, bedauert Slama. Mit dem Ausbleiben der Kunden zogen sich auch die Anbieter immer mehr zurück. Gab es zu Beginn Obst, Gemüse, Fleisch, Olivenöle und vieles mehr, blieb am Schluss nur noch ein Stand, der Käsemann, zurück. Auch für diesen sei es, so Slama, letztlich kein rentables Geschäft mehr gewesen, jeden Samstagvormittag alleine am Rathausplatz zu stehen.

„Die Leute gehen sichtlich doch lieber zum Diskonter“, mutmaßt er. Auch Slamas Idee, den Markt mit Bauern wieder zu beleben, ging nicht auf. Das Corona-Jahr hätte dann dem Wochenmarkt endgültig den „Todesstoß“ versetzt. Das Ende dieses Angebotes an die Bürger bedauert er sehr: „Es war ein sehr schönes Projekt, doch es ist leider gescheitert.“

Umfrage beendet

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