Seelsorge der besonderen Art. Aufgaben trotz räumlicher Isolation nachzukommen, versucht Abt Pius Maurer.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 24. März 2020 (04:00)
Als psychisch-spirituelle Herausforderung bezeichnet Abt Pius Maurer die Situation.
Stift

Über Abt Pius Maurer wurde vom 13. bis 22. März Quarantäne verhängt, da er Kontakt mit einem Lilienfelder hatte, der wenig später am Coronavirus erkrankte.

„Es geht mir gesundheitlich sehr gut“, schildert Maurer, dessen Coronavirus-Testergebnis negativ ausfiel, am Freitag der NÖN. „Ich feiere allein die heilige Messe. Ich esse allein. Überhaupt verbringe ich den ganzen Tag allein. Per Telefon, E-Mails und Skype bin ich mit den Mitbrüdern, Verwandten, Freunden, Bekannten und der Außenwelt verbunden.“

„Ich glaube sehr daran, und weiß es auch aus Erfahrung: Das Gebet kann sehr viel bewirken.“ Abt Pius Maurer

Die Zeit nutze er für mehr Gebet, für das Ordnen von Akten, das Lesen. „Ich halte unserem Novizen Frater Nikolaus über Skype jeden Tag zwei Stunden lang Noviziatsunterricht“, erklärt der Abt zu einer mittlerweile weiteren Routine in der räumlichen Abschottung. Das Internet liefert ihm überdies aktuelle Informationen.

Das Fehlen der realen Gemeinschaft mit den Mitbrüdern setze ihm zu, „ich füge mich aber ganz in die Gebetsgemeinschaft mit den vielen ein, die zu Hause beten oder über moderne Medien die heilige Messe mitfeiern“, betont Pius Maurer. „Mir ist diese Gebetsgemeinschaft sehr wichtig, zu der in diesen Tagen die Bischöfe aufgerufen haben. Wir haben besonders viel zu beten: für die Erkrankten, für die Gefährdeten, für die Ärzte, für die helfenden und pflegenden Leute, für die Einsatzkräfte, und dass die Pandemie bald wieder zu Ende geht.“

„Die beste Hilfe, die Leute wie ich in Isolation momentan leisten können, ist, alle behördlichen Vorschriften zu beachten und fest zu beten“

Die momentane Lage sei ebenfalls eine psychisch-spirituelle Herausforderung. „Die beste Hilfe, die Leute wie ich in Isolation momentan leisten können, ist, alle behördlichen Vorschriften zu beachten und fest zu beten“, sagt er über seinen Zugang. „Ich glaube sehr daran, und weiß es auch aus Erfahrung: Das Gebet kann sehr viel bewirken.“ Nahe fühle sich der Abt jenen, die ihm seelsorglich anvertraut sind. „Ich versammle alle meine Mitbrüder und Mitarbeiter des Stiftes Lilienfeld, alle Verwandten und Bekannten, alle Kranken, die helfenden und pflegenden Menschen geistigerweise in der kleinen Prälaturkapelle und bete für sie“, sagt Abt Pius Maurer.

Im Zisterzienserkloster selbst sind bis jetzt alle gesund. Die Mitbrüder, die im Stift wohnen und das Chorgebet sowie die Konventmesse regulär feiern, halten voneinander große Abstände ein. Dasselbe wird beim Essen beachtet. „Mehrere unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wegen Betreuungsurlaub oder Kurzarbeit ganz zu Hause. Wir haben ja keine Gäste im Haus. Wir haben keine Veranstaltungen. Wir haben keine Stiftsführungen.“ Im Forst werden nur die notwendigsten Arbeiten durchgeführt.

Die Stiftspforte ist jedoch besetzt und zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch erreichbar.