Kurz: Lilienfelder Bezirksparteien mit Lob & Tadel

FPÖ-Hafenecker sieht Tage der Regierung gezählt, Gastegger (SPÖ) ist „kein Anhänger von Neuwahlen“. ÖVP will „weiterarbeiten“.

Markus Zauner
Markus Zauner Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:17
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„Man sollte Schallenberg eine Chance geben“, betont SPÖ-Bürgermeister Johann Gastegger.
Foto: Schindlecker

Unterschiedlicher kann der Kanzler-Wechsel kaum kommentiert werden.

ÖVP-Bezirksparteichef Karl Bader zeigt sich „durchaus zuversichtlich, dass es die gesamte Periode mit dieser Koalition weitergeht“. Er wünsche sich, dass die Inhalte des gemeinsam unterfertigten Regierungsprogramms abgearbeitet werden. „Und da ist viel in Verhandlung“, weiß Bader. Kurz habe bei seiner Entscheidung „nicht an sich gedacht, sondern im Interesse und für die Stabilität im Land staatspolitisch gehandelt“.

Hafenecker: Schallenberg als „Kurz-Marionette“

Ähnlich sieht es Lilienfelds ÖVP-Vizeortschef Manuel Aichberger: „Was wir alle wohl am wenigsten gebraucht hätten, wären Neuwahlen oder eine neuerliche ,Expertenregierung‘ gewesen, die das Land bestenfalls verwalten, aber infolge realpolitischer Gegebenheiten kaum zukunftsorientiert hätte gestalten können.“

ÖVP-Gemeindebund-Chef Christian Leeb ortet eine „saubere Entscheidung“, die Neuwahlen verhindert hätte.

Für FPÖ-Chef Christian Hafenecker ist Alexander Schallenberg hingegen eine „eingesetzte Marionette von Sebastian Kurz“. Schallenberg werde nichts machen, das nicht mit Kurz abgesprochen sei. „Sein Handlungsspielraum wird auch dadurch eingeengt, weil Kurz als Klubobmann auch an den Ministerräten teilnimmt und direkt Einfluss auf ihn und seine Regierungsmitglieder nehmen wird“, befindet Hafenecker. Er gebe dieser Regierung „nur wenige Wochen“.

St. Veits SPÖ-Bürgermeister und GVV-Bezirksobmann Johann Gastegger will vorerst abwarten: „Man sollte Schallenberg eine Chance geben.“ Allerdings liege es auf der Hand, „dass Kurz als Parteichef und Klubobmann weiterhin die Linie in der ÖVP vorgeben wird“. Wie lange die umbesetzte Regierung „halte“, traue er sich nicht zu prophezeien: „Ich glaube, das kann in der aktuellen Situation niemand beurteilen. Ich bin allerdings kein Anhänger von Neuwahlen.“

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