Neues Leben im alten Kino. 1972 kam das Aus für das St. Aegyder Kino. Zweimal im Jahr wird der Festsaal in Kooperation mit dem Cinema Paradiso St. Pölten ab sofort wieder als Wanderkino fungieren.

Von Gabi Zeller. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:04)
privat
Auf viele Besucher freuen sich Bürgermeister Karl Oysmüller und Gemeinderätin Nicole Grabenweger.

Auf Initiative von Gemeinde und Bürgermeister Karl Oysmüller soll künftig dem im Ortskern gelegenen ehemaligen St. Aegyder Kino neues Leben eingehaucht werden. Zweimal im Jahr wird der Festsaal in Kooperation mit dem Cinema Paradiso St. Pölten als Wanderkino fungieren und Kinounterhaltung für die ganze Familie bieten. Premiere ist am Sonntag, 3. November, um 10.30 Uhr mit dem Komödienhit „Leberkäsjunkie“, wo — dem Filmtitel angepasst — ein Frühschoppen-Buffet mit Weißwurst und Leberkäse auf die Gäste wartet.

Kooperation mit Cinema Paradiso St. Pölten

Für die jüngeren Kinobesucher folgt dann um 13.30 Uhr der Kinderfilm-Klassiker „Pumuckl und sein Zirkusabenteuer“. Karten zu beiden Filmen gibt es ab 20. Oktober am Gemeindeamt im Vorverkauf um jeweils acht Euro, ein Kombiticket „Film-Weißwurst+Getränk“ kostet im Vorverkauf zwölf Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. „Hintergrundgedanke dieser Aktion ist, der St. Aegyder Bevölkerung und unseren Gästen ein zusätzliches Freizeitangebot vor Ort zu ermöglichen“, erklärt Bürgermeister Karl Oysmüller, welcher sich seit Jahren für die Revitalisierung des Kino-Festsaales einsetzt.

Mit der Eröffnung des in eine neue Wohnhausanlage integrierten Festsaales am zweiten Weihnachtsfeiertag 1965 wurde der Kinobetrieb in St. Aegyd gestartet. Bis zum Jahr 1972 wurden an mehreren Tagen, später nur mehr am Wochenende, verschiedenste Filme und Dokumentationen gezeigt. Probleme mit der Leihfilmfirma sowie der damals dominante Einzug des Fernsehens brachte am 1. Oktober 1972, wie auch in vielen anderen Orten, das Aus für das St. Aegyder Kino.

Abgesehen von einigen wenigen Veranstaltungen im Jahr verfiel der Festsaal in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf, welcher jedoch vor rund zehn Jahren mit den Aufführungen des St. Aegyder Sommertheaters, vermehrten Veranstaltungen von örtlichen Vereinen und Vereinen aus Nachbargemeinden, die ebenfalls das Raumangebot nutzten, sein Ende fand.

Seit 2012 wird schrittweise in die Sanierung des Festsaales investiert. Im Zuge des „Gemeinde21“-Projektes wurde nun in einer ersten Ausbauphase eine neue Bühnenbeleuchtung installiert, neue barrierefreie WCs hat man zudem errichtet.

In der zweiten Ausbaustufe werden der baufällige Stiegenaufgang und das Eingangsportal neu gestaltet. „Nach ersten Plänen wird im Mittelteil der Stiege eine kleine Terrasse integriert, um mehr Platz zum Verweilen vor Veranstaltungen beziehungsweise in deren Pausen zu schaffen“, sieht der Bürgermeister im Festsaal „eine unverzichtbare Einrichtung für St. Aegyd“.

Umfrage beendet

  • Habt ihr vor, das St. Aegyder Wanderkino zu besuchen?