Breitband in Region: „Ausbau ist wichtig für Gemeinde“. In Bezirksgemeinden geht der Ausbau voran. Corona-Krise hat den Wert von schnellem Internet gezeigt.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 19. August 2020 (04:12)
Amtsleiter Werner Stieglitz, Bürgermeister Christian Leeb und Gemeinderat für Energie und Infrastruktur Christian Anzberger holten sich Informationen für den Breitbandausbau von Paul Galuska von A1 Vertrieb für Infrastrukturprojekte.
Gemeinde Türnitz

Der Einwahlton des Telefonmodems ist vielen noch heute im Ohr. Seither hat sich viel getan. Die Webseiten sind aufwendiger geworden und könnten mit einer solchen Leitung nicht mehr angezeigt werden. Eine Situation wie während des Corona-Lockdowns mit Homeoffice und Homeschooling wäre damals nicht machbar gewesen. Seit Jahren investieren Bund und Land Niederösterreich in den Breitbandausbau. Die NÖN hat sich in der Region umgehört, wie der Stand der Dinge ist.

Vor zwei Jahren war Kaumberg Pilotregion für den Breitbandausbau der nöGIG. „Das war gut für das Kerngebiet der Gemeinde. Für eine Teilnahme war es nötig, dass 40 Prozent der Haushalte anschließen. Wir hatten aber mehr als 60 Prozent“, erinnert sich Kaumbergs Bürgermeister Michael Wurmetzberger. Er selbst habe schnelles Internet beim Homeoffice schätzen gelernt. „Meine Frau und ich haben oft gleichzeitig Videokonferenzen abgehalten und hatten nie Probleme mit der Bandbreite“, berichtet Wurmetzberger. In den nächsten Jahren sollen entlegenere Gebiete und Häuser die Möglichkeit für einen Breitbandanschluss bekommen.

„Bei uns wurde im gesamten Gemeindegebiet investiert. Alte Leitungen werden gegen Glasfaser getauscht.“ Thomas Schweiger, Stadtgemeinde Hainfeld

Auch Gertraud Steinacher, Bürgermeisterin in Ramsau, ist sich der Wichtigkeit von Glasfaserinternet bewusst, sieht aber ebenfalls in den Gräben noch viel Verbesserungspotenzial.

Ähnlich ist die Lage in Annaberg. „Es gibt nur wenige Bereiche, in denen schon eine Leerverrohrung vorhanden ist, umgekehrt gibt es Bereiche, in denen nicht einmal das Handy vernünftig funktioniert“, gibt Annabergs Bürgermeisterin Claudia Kubelka zu bedenken und führt weiter aus: „Gerade, wenn wir junge Familien in unserer Gemeinde halten wollen oder mehr Personen ihren Hauptwohnsitz in unsere Gemeinde verlegen wollen, weil die Wohnqualität so gut und angenehm ist, ist der Ausbau des Breitbandnetzes eigentlich eine Voraussetzung, um eine lebenswerte Gemeinde zu sein.“ Derzeit ist der Gemeindeentwicklungs- und Zukunftsausschuss mit den Planungen beschäftigt. In Türnitz bekommen nun entlegenere Gebiete einen Breitbandanschluss. A1 hat sich bei der öffentlichen Ausschreibung des Bundes durchgesetzt und erweitert das Breitbandnetz in Lehenrotte und Freiland. „Die Detailplanung soll bis Ende 2020, der Glasfaser-Ausbau bis Ende 2021 abgeschlossen sein“, freut sich Bürgermeister Christian Leeb.

Zur besseren Versorgung werden in den Orten Lehenrotte und Freiland fünf neue Schaltstellen errichtet, die mit Glasfaserleitungen an das A1-Netz angebunden sind. „Unsere Kunden nutzen immer häufiger multimediale Anwendungen wie Streamingservices. Diese Dienste erfordern eine Erweiterung unserer Übertragungsnetze“, weiß Paul Galuska von A1.

Dass speziell für Betriebe und Homeoffice-Arbeiten eine leistungsfähige Internetanbindung nötig ist, weiß auch Thomas Schweiger von der Stadtgemeinde Hainfeld. „Bei uns wurde im gesamten Gemeindegebiet investiert. Alte Leitungen werden gegen Glasfaser getauscht“, führt Schweiger aus. In Hainfeld werden laufend Breitbandkabel durch Kabelplus verlegt. Die letzte Baustelle sei erst in der Vorwoche beendet worden.

Leerverrohrungen immer schon mitverlegt hat man etwa in der Gemeinde Rohrbach. „Allerdings in sehr geringem Umfang, weil wir in Rohrbach keine großen Leitungsverlegungen hatten“, so Bürgermeister Karl Bader. Für ihn zählt Glasfaser wie Wasser, Kanal, Strom und Straße zur fixen Infrastruktur für eine Gemeinde und zukünftige Bauplätze.

In den Ausbau des Breitbandinternets in der Gemeinde St. Veit investieren A1 und Kabelplus. „ Mit beiden Anbietern kooperiert die Gemeinde schon seit Jahren. Aufgrund des großen Gemeindegebietes und der Streulagen ist bei uns der Ausbau sehr wichtig“, hebt Bürgermeister Johann Gastegger hervor. Bei gemeindeeigenen Vorhaben informiere die Gemeinde die Anbieter, um eventuelle Mitverlegungen durchführen zu können, auch Leerverrohrungen wurden teilweise durchgeführt. „So hat Kabelplus im Vorjahr in den Breitbandausbau in der Katastralgemeinde Wiesenbach investiert. Coronabedingt hat sich das diesjährige Bauprogramm etwas verzögert, aber A1 arbeitet derzeit an der Verbesserung des Signals durch den Bau neuer Verstärkerkästen in Rainfeld“, so Gastegger. Geplant ist heuer auch noch ein Projekt in Kerschenbach.

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