Wohnen im Alter als Schwerpunkt. Bezirk Lilienfeld altert statistisch stärker als der Großteil des Landes, Kleinregion will gegensteuern. Einkaufsführer ist auch Thema.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Oktober 2020 (04:04)
Bei der Vorstandssitzung der Kleinregion Traisen-Gölsental am Gemeindeamt Eschenau gaben sichManuel Aichberger, Karl Oysmüller, Martin Pfeffer, Roland Beck, Claudia Kubelka, Robert Nagl, Anita Zehetmayer, Alois Kaiser, Heinz Preus, Thomas Teubenbacher und Rudolf Ameisbichler die Türklinke in die Hand.
Kleinregion

Weichenstellungen für eine positive Entwicklung der Kleinregion Traisen-Gölsental wurden im Zuge der jüngsten Vorstandssitzung gestellt. Zentraler Vortrag, dem auch ein konkretes Projekt der Mitgliedsgemeinden folgen soll, war der Vortrag des Geragogikers Hannes Heissl. Dieser ging auf die Herausforderungen zum Thema „Wohnen im Alter in der Kleinregion Traisen-Gölsental“ ein. „Die Region steht vor der Herausforderung, dass die Bevölkerung statistisch stärker altern wird als im Großteil Niederösterreichs, weshalb man sich schon jetzt Gedanken über die künftigen, individuellen Wohnsituationen machen sollte“, betont Manager Roland Beck.

Bereits im Vorfeld hat Beck daher ein Projekt ausgearbeitet und eine Leader-Förderung in der Höhe von 70 Prozent lukriert. Nach kurzer Debatte wurde das zugehörige Projekt einstimmig genehmigt, die Mitgliedsgemeinden werden sich gemeinsam mit dem Experten mit dem Thema auseinandersetzen. „Beim Projekt ,Wohnen im Alter in der Kleinregion Traisen-Gölsental‘ werden auf Gemeinde- und Regionsebene demografische Analysen und eine Sozialraumanalyse durchgeführt. Weiters werden die Mitgliedsgemeinden in Hinblick auf ein altersgerechtes Wohnen und Leben untersucht – Infrastruktur, Mobilität, Barrierefreiheit, Leistungsfähigkeit der sozialen Dienste etc.“, präzisiert Beck. Aufbauend auf diese umfangreichen Erhebungsarbeiten werden dann zwei Schwerpunkte herausgearbeitet – einerseits die Notwendigkeit der Bewusstseinsbildung bei zukünftig betroffenen Bevölkerungsgruppen. „Wie will ich im Alter leben, was ist realistisch? Denn es wird zum Beispiel nicht ausreichend Personal geben, dass jeder Haushalt eine eigene 24-Stunden-Hilfe in Anspruch nehmen können wird. Und es bedarf frühzeitiger Adaptierungen in den eigenen vier Wänden, um möglichst lange ein selbst bestimmtes Leben daheim führen zu können“, nennt Beck ein Beispiel. Andererseits soll das Vorhaben mögliche neue altersgerechte Wohnformen, wie etwa Senioren-WGs oder generationenübergreifende Wohnprojekte, aufzeigen. „Mit dem Ziel, im Rahmen von Folgevorhaben pilothafte Projekte in der Region umzusetzen“, so Beck. Nach Abschluss des Projektes soll es neben möglichst konkreten Folgeprojekten eine Wanderausstellung für die Bevölkerung zum Thema geben.

Der zweite Schwerpunkt der Sitzung war die intensivere Öffentlichkeitsarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg. Dazu wurde die Entscheidung über ein ganzes Maßnahmenpaket getroffen. Als zentrales Element soll eine gemeinsame Homepage der Kleinregion fungieren, die alle wichtigen Lebensbereiche abdecken soll: Leben & Arbeiten mit Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten sowie Informationen über Pflege und soziale Unterstützung, Veranstaltungs- und Weiterbildungskalender.

Als besonderer Schwerpunkt wurde die Kreislaufwirtschaft mit einem stark erweiterten Branchenindex, der bis auf die Ebene von Produkten regionaler Anbieter gehen soll, definiert. Hier soll auch eine Anbindung an die bekannte ZUZU-App erfolgen, sodass man als Einwohner der Kleinregion den Einkaufsführer immer in der Tasche hat und auch jederzeit über aktuelle Angebote informiert wird.

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