Rekord für 2020: 47.000 Gäste bei der Ötscher-Basis. Wanderbilanz beschert dem Naturparkzentrum um fünf Prozent mehr Gäste als 2019 — und den besten Wert seit 2015.

Von Markus Zauner. Erstellt am 18. November 2020 (04:33)
Die Ötscher-Basis in Wienerbruck mit dem neuen Ötscher-Turm links im Bild hat sich zum Besuchermagneten entwickelt. Die Gründe für den kontinuierlichen Zuwachs in den letzten Jahren sind vielfältig.
Fred Lindmoser

Das Team um Florian Schublach, den Projektleiter des Naturparks Ötscher-Tormäuer, darf jubeln. „Wir hatten eine äußerst gute Saison, was die Besucherzahlen angeht. An der Ötscher-Basis konnten wir rund 47.000 Gäste begrüßen. Das waren rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr“, rechnet Schublach vor. Und verweist gleichzeitig auf den besten Besuch seit 2015, als das Naturparkzentrum in Wienerbruck im Zuge der Landesausstellung eröffnet wurde.

Die Gründe für den kontinuierlichen Zuwachs in den letzten Jahren sind vielfältig, weiß der Naturpark-Projektleiter: „Die Region um den Ötscher hat sich in den letzten Jahren touristisch entwickelt. Angefangen bei der Mariazellerbahn, über die Bergbahnen, bis hin zu kleineren Ausflugszielen und Beherbergungsbetrieben hat es eine stetige Entwicklung gegeben. Auch verbessert sich die Kooperation zwischen den einzelnen Anbietern und somit auch die Kommunikationsleistung der gesamten Region.“

„Die Region um den Ötscher hat sich in den letzten Jahren touristisch entwickelt"

Zudem gebe es einen grundsätzlichen Trend hin zur Natur. „Menschen wollen ihre Freizeit in der Natur verbringen, um einen Ausgleich zu ihrem oft recht stressigen Alltag zu bekommen. Auch hier kann die Region um den Ötscher, allen voran der Naturpark, entsprechende Wünsche erfüllen“, betont Schublach.

Und last but not least habe auch Corona zum Spitzenergebnis beigetragen. „Zum einen hat sich der Wunsch nach Natur bei vielen durch die Einschränkungen verstärkt. Zum anderen konnten wir heuer auch Gäste begrüßen, die zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder einmal bei uns waren. Hier kann man wahrscheinlich vorsichtige Rückschlüsse auf die Unsicherheiten in Bezug auf Auslandsreisen herstellen“, analysiert Schublach.

Apropos Corona: Die Vorgaben seien vom Gros der Besucher eingehalten worden. „Die meisten Gäste haben sich an die Regeln gehalten. Unsicherheiten gab es immer nur dann, wenn die Regeln geändert wurden, wie etwa Maskenpflicht im Geschäft, aber nicht der Gastro. Dann hat es ein paar Tage gedauert, bis sich alle wieder umgestellt haben“, erzählt Schublach aus der Praxis.

Polarisiert hat indes das Kunstprojekt „Cliffhanger“ — eine Geschäftsfassade mit der Beschriftung „Tourist Information“ hoch oben in einer Steilwand neben dem Mirafall. „Hier gab es gemischte Reaktionen. Teilweise haben wir sehr positives Feedback bekommen – und manche Menschen haben überhaupt nicht verstanden, worum es geht. Wir hatten ein paar intensive E-Mails, wobei man sagen muss, dass der Großteil der Beschwerden ins Positive gewendet werden konnte, sobald wir die Möglichkeit hatten zu erklären, warum das Kunstwerk hängt und was es sagen soll,“ schildert Schublach.

In puncto „Cliffhanger“ werde es in der nächsten Saison weitere Kommunikation geben. Er sei davon überzeugt, dass es für die Gesellschaft und für die Region um den Ötscher wichtig sei, darüber nachzudenken, wohin die touristische Reise gehe oder gehen soll. „Vor allem als Naturpark müssen wir uns dieser Debatte stellen beziehungsweise diese sogar aktiv führen“, ist sich Schublach sicher.

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