Rohrbach an der Gölsen

Erstellt am 21. Januar 2017, 13:26

Eva Steyrer: „War sehr schöne Aufgabe“. 25 Jahre war sie im Rohrbacher Gemeinderat aktiv, davon siebzehn Jahre als Vizebürgermeisterin: Im NÖN-Gespräch zieht Eva Steyrer (VP) Bilanz über ihre Amtszeit.

„Die Kommunalpolitik ist ein unerschöpfliches Themenfeld — mit dem unglücklichen Nebeneffekt, dass sich junge Leute kaum dafür interessieren“, sagt Eva Steyrer  |  NOEN, NÖN

Unvereinbar sei für sie das Amt als Vizeortschefin und der neue Job ihrer Tochter Maria Brenn als Gemeindebedienstete, ließ Eva Steyrer Mitte Oktober 2016 via NÖN verlauten und kündigte ihren Rückzug an. Am vergangenen Donnerstag war es so weit: Die 59-Jährige hat das Vizebürgermeister-Amt und ihr Gemeinderatsmandat zurückgelegt.

NÖN: Sie haben nach siebzehn Jahren als Vizebürgermeisterin aufgehört. Überwiegt das lachende oder weinende Auge?
Eva Steyrer: Es überwiegt definitiv das lachende Auge. Ich durfte in den 25 Jahren Kommunalpolitik sehr viele Erfahrungen machen. Wenn ich zurückschaue, dann war es eine sehr, sehr schöne Aufgabe, weil ich an vielen interessanten Projekten aktiv mitarbeiten und mitgestalten durfte. Nachdem ich in meiner ersten Amtszeit als Vizebürgermeisterin einige „Feuerproben“ bestanden habe, scheint es mir doch gelungen zu sein, von der Bevölkerung akzeptiert zu werden.

Auf welches Projekt sind Sie in Ihrer Amtszeit am meisten stolz?
Es gibt mehrere große Projekte, an denen ich sehr gerne mitgearbeitet habe. Die Rohrbacher Ferienspiele, die ich vor 24 Jahren erstmals mit meinem Team organisiert habe, zählen beispielsweise dazu. Die Staatsmeisterschaften im Fallschirmspringen 2007 im Ort, bei denen ich im Organisationsteam mitarbeiten durfte, waren ein grandioses „Miteinander der Gemeinde mit den Vereinen“. Die Generalsanierung der Volksschule sowie die Schaffung der Barrierefreiheit von Schule und Kindergarten fielen ebenso in meine Amtszeit wie die Anschaffung des gemeindeeigenen Schulbusses. Seit der Einführung der schulischen Nachmittagsbetreuung vor etlichen Jahren hat sich die Kinderanzahl fast vervierfacht. Im heurigen Jahr sind knapp 50 Kinder angemeldet. Gut angenommen wurden auch meine wöchentlichen Sozialsprechstunden im Gemeindeamt.

Was ist Ihnen in positiver Erinnerung, was zählte im Gegenzug für Sie zur größten Enttäuschung in der Kommunalpolitik?
Neben vielen Highlights in der Gemeinde war der direkte Kontakt mit der Bevölkerung für mich immer das Schönste. Besonders gefreut haben mich die mehrmaligen Auszeichnungen zur „Jugendfreundlichsten Gemeinde“ und die Ehrenmitgliedschaft bei der Rohrbacher Jugendblaskapelle. Die Kommunalpolitik ist ein unerschöpfliches Themenfeld — mit dem unglücklichen Nebeneffekt, dass sich junge Leute kaum dafür interessieren. Diese Tatsache ist enttäuschend und macht mich traurig.

Was geben Sie Anna Klinger, Ihrer designierten Nachfolgerin als Vizeortschefin, mit auf den Weg?

Steyrer: Ich freue mich, dass wieder eine Frau meinen politischen Weg fortsetzt. Anni ist schon seit vielen Jahren eine engagierte Gemeinderätin und wird ihre künftige Funktion sehr motiviert ausüben. Mit auf den Weg gegeben habe ich ihr schon in einem persönlichen Gespräch, dass sie einfach authentisch bleiben soll. Ich bin überzeugt, dass sie die anstehenden Herausforderungen gut bewältigen wird.

Bleiben Sie innerhalb der VP Rohrbach nach Ihrem Rückzug aus dem Gemeinderat aktiv und werden Sie sich weiterhin im Dorf engagieren?Selbstverständlich bleibe ich meiner Fraktion treu. Bei den Neuwahlen im kommenden März stelle ich mich wieder als stellvertretende Obfrau im Seniorenbund zur Verfügung. Ich betreue seit einem Jahr die VP-Homepage und ich werde auch künftig bei den verschiedensten Parteiveranstaltungen mithelfen. Mit viel Freude und Spaß arbeite ich momentan im Organisationsteam für die Vorbereitungen zum VP-Gschnas mit. Gemeinsam mit meinem Gatten Josef bleibe ich auch weiterhin im ehrenamtlichen Team von „Essen auf Rädern“.