Andreas Schager: In Spanien als Opernstar gefeiert. Der gebürtige Rohrbacher Andreas Schager sorgt derzeit als „Siegfried“ im Teatro Royal in Madrid für Furore.

Von Eva Steyrer und Markus Zauner. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:00)
Exklusiv für die NÖN schoss AndreasSchager in Madrid dieses Selfie.
Schager

Wenn Andreas Schager nicht — so wie aktuell in Spanien — als Opernsänger auf den großen Bühnen der Welt auftritt, ist der gebürtige Rohrbacher mitunter bei seinen Geschwistern in St. Veit und Rohrbach zu Besuch. Letztere freuen sich mit ihrem Bruder, dass er sich nach langer Corona-Zwangspause in Madrid einen Traum erfüllen konnte: Bei der Premiere des Wagnerischen Musikdramas „Siegfried“ im Teatro Royal erhielt Schager den meisten Applaus und wurde als Star gefeiert.

„Im Sommer konnte ich den ,Siegfried‘ in Bayreuth nicht singen“, bedauert der Heldentenor, für den Madrid nun zur Kulturhauptstadt Europas geworden ist. „Zusperren ist leicht. Das Teatro Royal zeigt, wie es geht und setzt ein Signal“, erklärte Schager in einem Interview bei der Frankfurter Allgemeinen. Im NÖN-Exklusiv-Gespräch ergänzt der 49-Jährige: „Wo ein Wille, da ein Weg: Ich spiele hier in Madrid vor 1.000 Leuten.“

„Ich denke sehr oft an meine alte Heimat.“ Andreas Schager, Opernstar und gebürtiger Rohrbacher

Der Opernbetrieb kann in der spanischen Hauptstadt unter Erfüllung aller Corona-Sicherheitsvorgaben aufrechterhalten werden. Für die über 100 Musiker wurde sogar der Orchestergraben erweitert, die von Wagner geforderten sechs Harfen versetzten die Verantwortlichen in Parterrelogen. Der Blick der Musiker zum Dirigenten ist durch Monitore sichergestellt, wie auch im Ö1 Mittagsjournal zuletzt berichtet wurde.

„Unter all denen, die diese Rolle singen, bin ich immer noch der Jüngste“, sagt der 49- Jährige lachend. „Für das Publikum darf das nicht schwierig ausschauen, sondern es muss locker, wie ein pubertierender Junge, gespielt werden“, verrät Schager, der als jugendlicher „Siegfried“ im Tarnanzug durch den Wald hirscht — immer wieder auf der Jagd nach neuen Abenteuern.

Gefeiert wird der Heldentenor im „königlichen Theater“ von Madrid, weil er all die Schwierigkeiten von Partitur und Inszenierung großartig meistert. Im kommenden Jahr wird Schager in Madrid hoffentlich wieder vor vollem Haus“ als „Siegfried in der Götterdämmerung“ zu sehen sein. Davor steht, sofern es die Corona-Pandemie zulässt, unter anderem noch ein Auftritt des 49-Jährigen in der Weltpremiere „Götterklang trifft Donaugold“ am 3. September auf der Donaubühne Tulln am Programm.

Ob dem berühmten Opernsänger, der in Wagner-Partien wie Siegmund, Siegfried oder Tristan zu hören ist, das Gölsental gelegentlich noch fehlt? „Ich denke sehr oft an meine alte Heimat“, antwortet Schager fast ein wenig melancholisch, denn diese habe ihm die Kraft für seinen unglaublichen Karriereaufstieg gegeben. . .