Gerichtsvollzieher Bachler hat Höhen und Tiefen erlebt. Hohenberger wurde geehrt. In vier Jahrzehnten als Gerichtsvollzieher hat Peter Bachler viele Höhen und Tiefen durchlebt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 01. Dezember 2017 (07:00)
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Bedankten sich bei Peter Bachler (3. v. l.) für die gute Arbeit: Katharina Hinterleitner, stellvertretende Gerichtsvorsteherin Bezirksgericht Lilienfeld, Elisabeth Pfeiffer, Kanzleileiterin, Monika Jahn vom Oberlandesgericht Wien, Mona-Lisa Prohaska, Geschäftsstellenleiterin Bezirksgericht Lilienfeld, und Robert Gleixner vom Oberlandesgericht Wien.

Wohnungen räumen, Wertgegenstände pfänden, Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung reißen – den einfachsten Beruf hat sich Peter Bachler nicht ausgesucht. Trotzdem war der Hohenberger 40 Jahre lang mit Leib und Seele Gerichtsvollzieher. Nach 27 Dienstjahren am Bezirksgericht Lilienfeld trat er nun den wohlverdienten Ruhestand an. Zu dieser Gelegenheit blickte er im NÖN-Gespräch noch einmal auf seine Berufslaufbahn zurück.

Wohlverdienter Ruhestand nach 27 Dienstjahren

Bewegende Momente hat Bachler viele erlebt. Trauriger Höhepunkt war, „als sich eine Partei aufgrund einer Delogierung das Leben genommen hat“, erinnert sich der Hohenberger. Auch Kindesabnahmen und Hausräumungen von Familien, wie sie etwa zwei Mal pro Monat vorkommen, gingen an dem zweifachen Familienvater nicht spurlos vorüber. Konfrontiert war Bachler auch immer einmal wieder mit Angriffen gegen seine Person. „Es ist schon ab und zu vorgekommen, dass Leute mich angegriffen oder bedroht haben.“

„Die Leute haben es nicht immer geglaubt, aber man hat auch als Gerichtsvollzieher eine menschliche Ader.“ Peter Bachler

Schöne Momente gab es trotzdem, betont der Gerichtsvollzieher. Dazu zählt er Tage, an denen er Personen vor der Delogierung retten konnte und deren Dank zu spüren bekam. „Die Leute haben es nicht immer geglaubt, aber man hat auch als Gerichtsvollzieher eine menschliche Ader“, lacht Bachler, „natürlich muss man seinen Job machen, aber es ist mir auch manchmal gelungen zu vermitteln und Menschen vor dem Schlimmsten zu bewahren.“

Obwohl der Job ihm einiges abverlangte, hat Bachler für sich die richtige Wahl getroffen. „Ich würde es wieder machen. Die ersten drei Jahre habe ich nicht gedacht, dass ich das durchstehe, es gibt Fälle, da stößt man an seine Grenzen. Aber es gab auch schöne Momente.“ Für seine gute Arbeit wurde er vom Bezirksgericht ausgezeichnet.