Biber-Dämme sind akute Gefahr: Überflutung droht. Geschützter Nager soll vertrieben werden, um drohenden Bahndamm-Bruch und Überflutungen zu verhindern.

Von Markus Zauner. Erstellt am 23. Januar 2018 (05:46)
NOEN, privat
Alois Kaiser, Roland Beck und Karl Bader (v. l.) beim Lokalaugenschein inSt. Aegyd.

Hinter den Werksgeländen der Firmen Roth Technik und Teufelberger in St. Aegyd sowie entlang der Anschlussbahn Traisental, welche von der Kleinregion Traisen-Gölsental betrieben wird, lauert die Gefahr. Ein Biber hat sich mit mehreren Dämmen häuslich eingerichtet.

„Das aufgestaute Wasser bedroht die Festigkeit des Bahndammes. Bei einem Dammbruch kann es zu einer großflächigen Überschwemmung in Richtung der Werksgelände kommen“, warnt Roland Beck als Geschäftsführer der Eisenbahngesellschaft.

Da der Biber eine geschützte Art ist, bedarf es für die kontrollierte Entfernung der Dämme einer Abstimmung mit dem Biber-Management Niederösterreich und der Naturschutzbehörde der NÖ Landesregierung. Landtagsabgeordneter Karl Bader und Bürgermeister Alois Kaiser, der Obmann der Kleinregion, haben sich als Eigentümervertreter der Eisenbahn vor Ort ein Bild der Lage gemacht.

Interesse an einer möglichst "biberfreundlichen" Lösung 

Fazit: „Unser Interesse ist es, gemeinsam mit den zuständigen Stellen eine möglichst ,biberfreundliche‘ Lösung zu finden. Ziel ist es, mit dem mehrmaligen kontrollierten Abbau der Dämme, den Biber zu ,überreden‘, sich einen neuen Platz zu suchen. Dabei handelt es sich zwar um eine sehr kostenintensive Maßnahme, ein Abschuss des Bibers kommt für uns aber nicht in Frage“, sagt Bader.

Wichtig sei jedenfalls, die Sicherheit der Eisenbahn zu gewährleisten, um die umweltfreundlichen Transporte über die Schiene auch weiterhin ab St. Aegyd zu ermöglichen. „Es wird deshalb in diesem Bereich in den kommenden Wochen verstärkt der Zweiwege-Unimog eingesetzt werden, um das aufgestaute Wasser kontrolliert abfließen zu lassen. Durch diese Maßnahmen soll der Biber ,vergrämt‘ werden und sich dann möglichst bald dazu entschließen, weiterzuziehen“, schildert Roland Beck die beschlossene Strategie. Mit einem ähnlichen Vorgehen hatte die Kleinregion übrigens bereits 2015 in Amt Mitterbach einen geschützten Nager erfolgreich „überzeugt“, seine Zelte andernorts aufzuschlagen. . .

Teure, aber bewährte Option wird gewählt

„Durch die hohe Population des Bibers in den Schutzgebieten in Niederösterreich ist ein Fangen des Bibers und eine Übersiedelung in eines dieser Schutzgebiete leider keine Option. Wir wählen deshalb die teure, aber bewährte Möglichkeit, den Biber zu vertreiben“, ergänzt Alois Kaiser.