Doch noch grünes Licht für Hotel . Mandatare genehmigten im zweiten Anlauf Umwidmung für Eder-Projekt in Kernhof. Der Baustart ist noch offen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 26. Juni 2018 (05:05)
Wird aus den Plänen von Herbert Eder zum Bau eines 5-Sterne-Hotels mit neun Luxus-Suiten neben seinem Weißen Zoo und Kameltheater in Kernhof doch noch etwas? Eine Mediation wurde vereinbart.
NOEN, Ansicht: privat

Zur Vorgeschichte: Im Sommer des Vorjahres hatte der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung mehrheitlich die Umwidmung eines 54.000 Quadratmeter großen Waldgrundstückes in Kernhof abgelehnt. Herbert Eders vielversprechendes Gesamtkonzept, hier seinen Tierpark zu erweitern und ein 5-Sterne-Hotel mit neun Luxus-Suiten um 1,6 Millionen Euro zu errichten, wurde damit eine Abfuhr erteilt.

In der Vorwoche die Kehrtwende des Gemeinderates

Er stimmte nun doch noch für die Änderung des Raumordnungsprogrammes und folglich auch das Hotel-Projekt — einstimmig. Zuvor gab es eine Debatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bürgermeister Rudolf Pfeffer (SPÖ) begründet die Entscheidung des Gemeinderates so: „Grundlage für den Beschluss war, dass die Punkte, die dem Gemeinderat in den vergangenen Sitzungen Bedenken bereiteten, im neu vorgelegten Planungsentwurf und durch von Herrn Eder zugesagte Maßnahmen erledigt und ausgeräumt wurden.“

So sei der geforderte Teilungsplan mit zweifelsfreien Vermessungen von Straßen und Gehwegen sowie eine schematische Darstellung der Gehegeflächen erstellt worden, sagt Pfeffer. Und: „Ein von Herrn Eder unterzeichnetes Schriftstück mit Angaben der beabsichtigten Nutzungen innerhalb der Umwidmungsflächen wurde dem Gemeinderat am 19. Juni vorgelegt“, so der Ortschef. Wobei laut Eder in puncto neuer Gehege bis jetzt lediglich feststeht, dass dort „keine brüllenden und gefährlichen Tiere“ untergebracht werden.

Eder: Co-Investor hat sich zurückgezogen

Der Chef des Kameltheaters und Weißen Zoos sieht die vom Gemeinderat genehmigte Umwidmung — das Land NÖ muss die dementsprechende Verordnung offiziell auch noch genehmigen — mit gedämpfter Freude. „Natürlich bin ich froh, dass die Sache jetzt so ausgegangen ist. Aber zum Jubeln ist uns deshalb nicht, weil man das alles wesentlich schneller und auch viel billiger an Kosten für die Gemeinde hätte abhandeln können“, sagt Eder.

Mit der Umsetzung des Hotels sei jedenfalls nicht so rasch zu rechnen. Denn aufgrund der bis zuletzt unsicheren Lage in Sachen Umwidmung habe der Zoo sein Investitionsprogramm umstellen müssen, informiert Eder. Er finde es „sehr schade, dass man wegen viel Lärm um nichts und einigen ständigen inhaltslosen Protestierern Investitionsjahre und damit auch Einnahmejahre für die Gemeinde versäumt hat“. Ein wertvoller Co-Investor aus dem arabischen Raum habe sich nach all diesen Querelen auch bereits vom Hotelprojekt zurückgezogen, bedauert Eder.

„Es wird schwer sein, nach all diesem patscherten Getue wiederum Investoren für diese Gemeinde zu gewinnen“

Und: „Es wird schwer sein, nach all diesem patscherten Getue wiederum Investoren für diese Gemeinde zu gewinnen“, weiß Eder. Er habe vollstes Verständnis dafür, dass man Nachbarn in ein solches Projekt entsprechend der Rechtsordnung (und nicht darüber hinaus) informell einbinde, ergänzt der Zoo-Chef und stellt fest: „Alle Vorwürfe waren haltlos und sind durch Sachverständigen-Gutachten natürlich völlig entblößt worden. Das Skurrile dabei und in Österreich wohl Einzigartige ist, dass nun die Anrainersiedlung durch eine eingezogene 15 Meter breite Grünparzelle vor einem Erholungswald geschützt wird.“

Dem St. Aegyder Gemeinderat sei bewusst, dass es durch die Umwidmung auch Verlierer gebe, will indes Bürgermeister Rudolf Pfeffer nicht unerwähnt lassen: „Es wurde aber sachlich im Hinblick auf das örtliche Raumordnungsprogramm entschieden und das Tourismuskonzept ergänzt.“