Neues Leben für Traditionsgasthof. Seit über vier Jahren ist Kernhofer Gaststätte Gnedt zu. Neo-Besitzer bietet wieder Gastro und stockt Bettenanzahl auf.

Von Markus Zauner. Erstellt am 24. April 2018 (07:42)
Zeller
Der Gasthof Gnedt soll wieder zu einem Begegnungszentrum für die heimische Bevölkerung werden, aber auch Touristen ansprechen. Zeller

Anfang 2014 schloss der Traditionsgasthof Gnedt in Kernhof (wie berichtet) seine Pforten. Hoffnung auf eine Wiederbelebung keimte im August des Vorjahres auf, als Masseverwalter Kurt Weinreich nach der Insolvenz den Verkauf der Liegenschaft vermeldete. Danach wurde es wieder ruhig in der Causa.

NOEN, privat
Das neue Führungsteam im Gasthof Gnedt bilden Andreas Fürlinger und sein Bruder Lukas Fürlinger.

Jetzt kündigt Neo-Besitzer Boris Gatscher-Riedl exklusiv via NÖN die Wiedereröffnung als Gasthof an — und zwar schon Anfang Mai. Wie viel er bis jetzt in Um- und Ausbau sowie Sanierung investiert hat, verrät der Unternehmer, der in Wien als Versicherungsberater und -makler tätig ist und in St. Aegyd am Gscheid einen Zweitwohnsitz unterhält, nicht. Die Veränderungen lesen sich aber vielversprechend. „Wir haben von bisher 14 auf 30 Betten aufgestockt“, verrät Gatscher-Riedl ein Detail. Läuft alles nach Wunsch, plant der Unternehmer mittelfristig einen weiteren „Ausbau mit Aufstockung“, womit dann gesamt 60 bis 70 Betten angeboten werden sollen.

Acht neue Arbeitsplätze sind im Anmarsch

Impulse bringt die Wiederbelebung des Gasthofes auch für den Arbeitsmarkt, der Neo-Besitzer kündigt acht neue Jobs in seinem Betrieb an. Wobei auch schon die Namen feststehen. „Geleitet wird der Gasthof von Andreas Fürlinger, seinem Bruder und sechs weiteren Personen“, ist sich Gatscher-Riedl sicher, ein „junges, dynamisches Team“ gefunden zu haben.

Vorrangiges Ziel sei es, dass der ehemalige Gasthof Gnedt wieder zu dem Begegnungszentrum für die heimische Bevölkerung werde, das er schon gewesen sei, kündigt Gatscher-Riedl an. Ausrichten will man jedwede Art von Feiern — von Hochzeiten über Taufen bis hin zu Familienfesten. Darüber hinaus seien die weiteren Zielgruppen breit gestreut. „Wir richten uns speziell an Gruppen — an Radfahrer, Motorradfahrer und Wallfahrer“, sagt der Unternehmer. Konkurrenz zu bestehenden Betrieben wolle man keine sein, betont Gatscher-Riedl. Vielmehr peilt er Kooperationen an — etwa mit dem Weißen Zoo und Kameltheater, den Gatscher-Riedl als touristischen Leitbetrieb lobt.

Für Wallfahrertourismus Gewinn

Im Bereich der Gastronomie möchte man „bodenständige Hausmannskost bis hin zu erlesenen Schmankerln“ anbieten, so der Gasthof-Besitzer. Besonders dabei: Im Rahmen der angebotenen „regionalen Küche“ sollen auch Rezepte aus der Umgebung Einzug halten. Gatscher-Riedl: „Wir freuen uns, wenn uns Gäste alte Hausrezepte zum Nachkochen und Dokumentieren vorbeibringen.“

In der St. Aegyder Gemeindestube wird die Reaktivierung des Kernhofer Traditionshauses begrüßt. Vizebürgermeister Karl Oysmüller: „Für die Kernhofer und den Tourismus ist das eine irrsinnige Aufwertung.“ Die zusätzliche Bettenkapazität sei speziell für den Wallfahrertourismus ein Gewinn, konstatiert Oysmüller. Kameltheater-Chef Herbert Eder sieht die Wiedereröffnung des Wirtshauses ebenfalls positiv. Davon profitiere auch sein Betrieb.

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