Wissenschafts-Praxis-Tagung: Lebensgeschichten im Fokus. Erzählkreise fördern Zusammenhalt in Gesellschaft, ist Gertrude Eigelsreiter-Jashari aus Lilienfeld überzeugt.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 15. November 2019 (10:51)
Gertrude Eigelsreiter-Jashari organisiert die Tagung mit.
privat

„Nicht nur lokale Heimatforscher, sondern alle interessierten Personen dürfen teilnehmen“, sagt Gertrude Eigelsreiter-Jashari vom Zentrum für Migrationsforschung. In Kooperation mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung und der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen der Universität Wien findet im Rahmen des Forschungsnetzwerks Interdisziplinäre Regionalstudien (first) am 5. und 6. Dezember eine internationale Wissenschafts-Praxis-Tagung in der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten statt.

Unter dem Motto „Geschichte, Erinnern, Erzählen“ werden mit hochkarätigen Experten die Möglichkeiten und Grenzen historisch orientierter Biografiearbeit sowie des öffentlichen Erzählens diskutiert. Mit dabei im Organisationsteam ist die Lilienfelderin Gertrude Eigelsreiter-Jashari.

„Das gemeinsame Erzählen und Zuhören fördert in einer von Migration geprägten Gesellschaft den Dialog zwischen Langansässigen und Neuhinzugekommenen“, betont sie. Eine wertschätzende Haltung den Erfahrungen anderer gegenüber stärke zudem die Identität des Einzelnen, reduziere die Gefahr von Aggressionen und sorgt dadurch für einen guten Zusammenhalt in der Gesellschaft, ist die Soziologin überzeugt.

Erzählkreisarbeit – also die „Geschichte von unten“ – wird aber genauso in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Pflegebetreuung, praktiziert. Positive Erkenntnisse punkto Verständigung durch Erzählkreise wurden in den heimischen Gefilden schon gesammelt. „Jugendliche konnten sich bei Südrand in Traisen auf diese Art austauschen“, weiß Eigelsreiter-Jashari. Nähere Informationen unter www.migrationsforschung.at.