Streit wegen Waffenbesitz. Pumpgun und halbautomatisches Gewehr: Ex-Paar aus St. Veit beschuldigt sich gegenseitig.

Von Red. Lilienfeld. Erstellt am 04. April 2021 (03:32)
NOEN, ErwinWodicka/www.BilderBox.com

Wem gehören nun die zwei illegalen Waffen, eine Pumpgun und ein halbautomatisches Kleinkalibergewehr, die die Exekutive auf einem Anwesen in St. Veit sichergestellt hat?

Das wollte der Richter am St. Pöltner Landesgericht klären, nachdem bei der letzten Verhandlung die Ex-Partnerin des Angeklagten nicht erschienen war. Dieses Mal stellte sich die Frau den Fragen des Gerichts und erklärte ihr jüngstes Fernbleiben damit, dass ihr an ihrer aktuellen Adresse nie die Ladung zugestellt worden sei. Dass es am Anwesen illegale Waffen gibt, meldete sie sogar selbst, nachdem sie Ende November zur polizeilichen Einvernahme musste, weil sie ihr Ex-Partner angezeigt hatte. So soll sie im Zuge der Trennungsstreitigkeiten eine Weihnachtsgirlande heruntergerissen haben.

„War die Anzeige wegen der Waffen sozusagen eine Retourkutsche?“, fragte der Richter. Dies verneinte sie, der einstige Lebensgefährte sei aufgrund seines Alkoholkonsums zunehmend aggressiv gewesen und da sei es nicht ungefährlich, wenn Waffen im Haus sind. Er hätte ihr überdies angedroht, die Tiere am Hof vom Schlachter abholen zu lassen.

„Ist das die Pflicht eines Bürgers, Waffen von jemand anderen zur Polizei zu bringen?“

Dass die Waffen schon lange im Haus sind, war ihr bekannt. Immerhin hätte er diese schon im Zuge seines damaligen Scheidungskriegs an einer anderen Adresse gelagert gehabt. Beim Umzug hätte er sie mit genommen. „Ich habe nicht gewusst, was das für Waffen sind“, beteuerte sie. Diese hätte der Angeklagte aber nicht wie die anderen Waffen im Waffenschrank, sondern in einer Nische des Bads verwahrt. Aus Angst hätte sie diese woanders hingegeben. Warum sie die Waffen nicht zur Polizei gebracht hat, verwundert den Richter. „Ist das die Pflicht eines Bürgers, Waffen von jemand anderen zur Polizei zu bringen?“, lautete ihre schnoddrige Antwort.

Der Angeklagte blieb indes bei seiner Aussage. Sie hätte ihm die Waffen angeboten. „Ich habe damit nichts zu tun“, betonte er. Sein Verteidiger merkte noch an, dass die Ex-Partnerin, weil sie von den Waffen wusste, auch verurteilt werden müsste.

Das Gericht verurteilte aber den Mann zu 3.600 Euro Strafe und Ersatz der Prozesskosten. Er legte volle Berufung ein. GW