Kinderpornos am Handy verschickt. Video von Sex unter Minderjährigen am Handy: St. Veiter und Traisner kassieren Bewährungsstrafen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:18)
APA (dpa)

Kleinlaut sitzt ein 56-Jähriger auf der Anklagebank. Der Grund: Kinderpornos. „Ich habe mit so etwas nix am Hut“, betont er.

Auf seinem Handy, das die Polizei konfisziert hatte, wurde aber ein Video sichergestellt, das zwei kleine Buben bei sexuellen Handlungen zeigt. „Und Sie glauben nicht, dass diese minderjährig waren?“, will die Richterin wissen, nachdem sie ihn zuvor aufgefordert hatte, dem Gericht zu schildern, was denn auf diesem Video zu sehen war. „Ich habe es mir nur kurz angeschaut“, betont der Angeklagte.

Dass er sich damit strafbar mache, sei ihm, bis zum Zeitpunkt, als er erfuhr, dass die Polizei ihn im Visier hatte, nicht bewusst gewesen. Doch der St. Veiter verschickte das Video an mehrere Personen – ein weiteres Strafdelikt. „Was haben Sie sich dabei gedacht?“, fragt die Richterin. „Es ist passiert“, lautet die knappe Antwort des Mannes.

„Dass ich das zur sexuellen Erregung mache, können Sie gleich rausnehmen.“ Angeklagter St. Veiter zur Richterin über einen angeblichen Fehler im Polizeiprotokoll

Doch im Zuge der polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass dies nicht der einzige „Ausrutscher“ des Mannes im Bereich Kinderpornografie gewesen war. Auf seinem Smartphone wurden weitere Bilder sichergestellt, auf denen andere Kinder in abscheulichen Situationen dargestellt sind, wirft ihm die Richterin vor. „Gefällt Ihnen so etwas?“, möchte die Prozessvorsitzende erfahren.

„Nein! Ich schaue es mir nur an“, verteidigt sich der Angeklagte. Woher er das weitere Bildmaterial hat, daran könne er sich nicht mehr erinnern. „Die polizeiliche Niederschrift stimmt nicht. Dass ich das zur sexuellen Erregung mache, können Sie gleich rausnehmen“, merkt der Angeklagte an. „Halten Sie sich in Zukunft von so etwas fern!“, mahnt die Richterin und verhängt in Übereinstimmung mit dem Staatsanwalt für Besitz, Darstellung und Weitergabe von kinderpornografischem Material fünf Monate auf Bewährung auf eine Probezeit von drei Jahren.

Mit den Worten „Da lebe ich eh nicht mehr“, nimmt der Mann das Urteil an. Sein Handy möchte er aber zurück, wegen seiner Familienfotos. Die Kosten sind ihm aber dann doch zu hoch, weil erst ein Sachverständiger das verbotene Bildmaterial löschen muss.

In einer Folgeverhandlung sitzt dann ein Traisner auf der Anklagebank. Der 28-Jährige ist jener Mann, der dem St. Veiter das erste Video geschickt haben soll. „Ich war bei der Oma im Ausland zu Besuch, als ich es selbst geschickt bekommen habe“, erzählt der Mann vor Gericht.

Drei Monate auf Bewährung für Traisner

Auch er habe sich gedacht, dass es nicht strafbar sei, so ein Bildmaterial am Handy gespeichert zu haben und zu verschicken. „Erst wie ich erfahren habe, dass die Polizei sich damit befasst, habe ich geschaut, dass ich es so schnell wie möglich lösche“, schildert der Mann vor Gericht. Bilder wie diese entsprächen nicht seinen sexuellen Neigungen. Für das „einmalige“ Vergehen verhängt die Richterin drei Monate auf Bewährung.