Straftaten waren erfunden. Eine falsche Beweisaussage wurde einem 27-Jährigen, der bereits vorbestraft war, zum Verhängnis. Er kassierte eine teilbedingte Gefängnisstrafe.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 24. November 2020 (08:57)
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Türe, Fenster und Balkontüre seiner Wohnung seien demoliert und eine Motorsäge wäre ihm gestohlen worden, hatte ein 27-jähriger Lilienfelder vor der Polizei ausgesagt. Bei einem ersten Gerichtstermin im August zog er diese Aussage zurück, vertrat schließlich aber dann doch wieder seine ursprüngliche Version. Er begründete dies damit, dass ihn die Polizei unter Druck gesetzt habe: Man werde ihn sonst wegen Versicherungsbetrug klagen.

Diese Anschuldigung stellte nun bei der Zeugen-Einvernahme am Landesgericht St. Pölten eine geladene Polizistin in Abrede. „Es besteht ja auch nur eine Haftpflichtversicherung des Wohnungseigentümers und keine Haushaltsversicherung des Angeklagten“, schenkte ihr der Richter Glauben.  Ein weiterer Zeuge, der zum angeblichen Tatzeitpunkt mit dem Mann und einer Bekannten Party gefeiert hatte, lieferte seine Version: ,,Wir haben drinnen etwas getrunken und Musik gehört. Dass nachher etwas hin gewesen ist, habe ich nicht wahrnehmen können.“ Auch weglaufen habe er niemanden gesehen, so wie es der 27-Jährige und die Mitfeiernde im Polizeiprotokoll angegeben hatten. Zudem habe sein Freund auch nach diesem Vorfall immer wieder mit einer Motorsäge Holz geschnitten.

Fotos des Wohnungseigentümers bestätigten, dass keine Beschädigungen erfolgt sind. Für den Richter war damit alles klar: Verurteilung wegen falscher Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung. Erschwerend kam hinzu, dass bereits Vorstrafen anhängig waren, unter anderem von einem Verkehrsunfall, den der Beklagte in alkoholisiertem Zustand verursacht hatte. Daran konnte auch die Bitte der Bewährungshelferin nichts ändern, die angesichts der Tatsache, dass ihr Klient nun Wohnung und Arbeit gefunden habe, um ein mildes Urteil bat.

 Alles in allem setzte es 15 Monate Freiheitsentzug, fünf davon bedingt. „Wenn es die Justizanstalt für möglich erachtet, müsste sich das für eine Fußfessel ausgehen“, so der Richter.