Hund vom Balkon geworfen. 35-Jährige packte Hund und schmiss ihn von zweieinhalb Meter hohem Balkon hinunter. Der Vierbeiner brach sich dabei ein Bein. Gericht verhängte bedingte Haftstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 24. September 2019 (04:09)
shutterstock.com/Seregraff

Weil ein kleiner Mischlingshund zu viel bellte, warf ihn eine Rumänin (35) über einen zweieinhalb Meter hohen Balkon. Am Landesgericht in St. Pölten wird der Frau nun wegen Tierquälerei der Prozess gemacht.

Als Pflegerin arbeitete die Rumänin im Winter 2017 bei einer Familie in Türnitz. „Ich bin schuldig“, sagt sie im Prozess am Landesgericht in St. Pölten. Und sie erzählt: „Der Hund der Familie hat sich mit meinem Hund nicht vertragen. Ich habe ihn unter dem Bett vorgeholt, dort hatte er sich versteckt, habe ihn mit einer Hand gepackt und über den Balkon fallen lassen. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass er sich dabei ein Bein bricht.“

„Der Hund der Familie hat sich mit meinem Hund nicht vertragen"

Und sie gibt weiters zu: „Ich habe ihn davor schon einmal vom Balkon runtergelassen, weil er zu laut war und gebellt hat. Und dabei ist ihm nichts passiert.“

„War das eine Erziehungsmaßnahme?“, fragt darob Staatsanwalt Leopold Bien die Angeklagte und dehnt den Strafantrag aus. Er wirft der Pflegerin auch in diesem Fall „eine strafbare Handlung“ vor. „Eine Misshandlung setzt keine Verletzung voraus, somit ist auch hier der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt“, so der Ankläger.

Das letzte Wort der 35-Jährigen? „Das mache ich nie wieder. Es war ein Fehler!“ Und: „Eines möchte ich noch hinzufügen: Die Familie schuldet mir noch Geld.“ „Das werden wohl die Tierarztkosten gewesen sein“, meint darob der Richter.

Die bislang unbescholtene Angeklagte wird wegen beider Vergehen schuldig gesprochen. Es setzt zwei Monaten bedingt verhängte Freiheitsstrafe. „Ich hätte auch eine Geldstrafe verhängen können. Die ist meiner Meinung nach aber nicht so verhaltenssteuernd wie bedingt verhängte Strafe“, begründet er das Urteil. Weil die Angeklagte vor Gericht anwaltlich nicht vertreten ist, hat sie drei Tage Bedenkzeit.