Lilienfeld

Erstellt am 12. September 2018, 04:58

von Markus Zauner

Biker-Boom am Lilienfelder Hausberg. Demo von 2014 ist vergessen: Ortschef zählt pro Jahr rund 5.000 Radler auf der Haupt-Forststraße — Tendenz steigend.

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Zum vierten Mal jährte sich am 8. September die Mountainbiker-Demo. Über 50 Radler versammelten sich 2014 am Muckenkogel und setzten damit ein Zeichen, weil vier Radler, die den Berg ein Jahr zuvor widerrechtlich befahren hatten, vom Jagdpächter geklagt worden waren.

Exakt am 11. Mai 2015 wurde zwischen der Kommune, den Grundstückseigentümern um das Stift Lilienfeld und dem Jagdpächter die Vereinbarung zur Freigabe der Haupt-Forststraße auf den Muckenkogel für das Mountainbiken unterschrieben. Heute fällt die Bilanz bei Bürgermeister Wolfgang Labenbacher durchwegs positiv aus. Er schätzt, dass pro Jahr zwischen 4.000 und 5.000 Radler die Haupt-Forststraße benutzen — Tendenz steigend.

„Es geht nicht nur um den Tourismus, sondern auch um eine Freizeitmöglichkeit für die heimische Bevölkerung.“ Bürgermeister Wolfgang Labenbacher

„Die Mountainbiker sind zum überwiegenden Teil sehr gute Gäste für die Hüttenwirte. Aber es geht nicht nur um den Tourismus, sondern auch um eine Freizeitmöglichkeit für die heimische Bevölkerung. Viele Lilienfelder sind Mountainbiker, so auch ich, und können sich körperlich betätigen. Das hat mit Lebensqualität für die heimische Bevölkerung zu tun“, betont Labenbacher.

Er weiß: „Das Mountainbike-Fair-Play wird großteils eingehalten — zeitlich und auch bezüglich der bewilligten Wege.“ An die wenigen „schwarzen Schafe“ appelliert indes Stadtrat und Bergbahn-Geschäftsführer Christian Buxhofer, „nur die ausgeschilderten Strecken“ zum Mountainbiken zu benutzen.

„Das Mountainbike-Fair-Play wird großteils eingehalten"

Eine weitere Verlängerung der Nutzungsvereinbarung, die im Mai 2015 vorerst für fünf Jahre unterschrieben wurde, hält die Gemeindeführung für wichtig. Nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Gelder von Land, Bund und Gemeinde, die jüngst in Projekte am Muckenkogel geflossen sind. „In die Hütten und in den Berg wurde in den letzten Jahren sehr viel investiert – das Stift hat auf der Klosteralm die Terrasse und mehr hergerichtet, die Lilienfelder Hütte den Sanitärbereich und zuletzt die Traisnerhütte die Terrasse.

Gemeinsam wurden mit viel Aufwand die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung hergestellt“, erklärt der Bürgermeister. Für die Sauberkeit am Berg und für die Umwelt seien wirkliche Investitionen für die Zukunft getätigt worden. „Es wäre daher absurd, Mountainbike-Gäste vom Besuch des Berges auszuschließen“, analysiert Labenbacher.

Kosten bleiben überschaubar

Die Kosten, die durch die Radler-Straße für die Gemeinde anfallen, sind überschaubar. „Die Gemeinde zahlt jährlich das Entgelt für die gesamte Strecke in Höhe von rund 1.400 Euro. Die Erhaltung der Straße ist nun auch überwiegend bei der Gemeinde, wird aber mit dem Stift im Einvernehmen partnerschaftlich gelöst“, rechnet das Stadtoberhaupt vor. Der Aufwand für das Aufstellen der Tafeln sei, weil einmalig, geringfügig gewesen.