6.000 Euro Geldstrafe für Alkolenker. Alkolenker, der Moped übersah und zwei Schwerverletzte verursachte, erhielt sieben Monate bedingt. Unfall bedauert er sehr.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Februar 2020 (03:19)
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Fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen. Zwei Menschen mit Knochen- und Wirbelbrüchen: Schwer wiegen die Vorwürfe gegen einen 41-Jährigen. Er soll im Oktober des Vorjahres in Traisen einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben. Und das mit zumindest 1,8 Promille Alkohol im Blut.

Der Lilienfelder Rechtsanwalt Peter Eigenthaler vertrat den Alkolenker.
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Warum er sich in diesem Zustand hinters Steuer gesetzt hat, wollte der Richter am St. Pöltner Landesgericht wissen. Er hätte heimfahren wollen, zur Abholung durch seine Lebensgefährtin sei es nicht gekommen, da diese nicht zu Hause war. Da es zu später Stunde, es war gegen 23.30 Uhr als der Unfall passierte, keine Öffis mehr in Traisen gäbe, hätte er sich zu diesem Schritt entschlossen. In Traisen sei er gewesen, um die Tiere seiner Partnerin zu versorgen. Dann hätte er sich ins Auto gesetzt, beim Einfahren in die Hainfelder Straße von einem Seitenweg auch gewartet. Nur in der Ferne hätte er ein Auto gesehen.

„Es war ein einmaliger Ausrutscher meines Mandanten.“ Peter Eigenthaler, Verteidiger des Alkolenkers

„Dann fuhr ich los und wollte abbiegen. Ich habe nur einen Kracher gehört“, schildert der Angeklagte, der von Anbeginn die Schuld eingestand. Erst dann hätte er das Moped mit den Verletzten liegen gesehen. Sofort hätte er den Notruf abgesetzt.

„Ich fahre ja nicht absichtlich jemandem rein.“ Angeklagter

Ob er sich betrunken gefühlt hat, will der Richter wissen. „Ich habe mich nicht schlecht gefühlt“, erinnert er sich und betont, „seit diesem Vorfall keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt zu haben.“ Der Unfall täte ihm sehr leid. Im Zeugenstand waren auch die Verletzten — der Mopedlenker, ein Hofstettener (17), und seine Beifahrerin. Der Bursch musste operiert werden, Bein und Wirbel waren gebrochen, einen Nierenriss erlitt er ebenso. Auch die Beifahrerin zog sich schwere Verletzungen zu.

Meine Nerven lagen blank. Als ich realisiert habe, was passiert ist, bin ich zusammengesackt.“ Angeklagter, warum er bei der Unfallaufnahme zittrig gewirkt hätte

„Ich war stationär im Spital, dann drei Monate auf Reha, bis Jänner im Krankenstand.“ Mopedfahrer über die Auswirkungen des Unfalls

Der Richter verhängt 6.000 Euro Geldstrafe und sieben Monate bedingt auf drei Jahre. Die Verletzten bekommen je 500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Der Bursch hat bereits 10.000 Euro sowie 1.500 Euro für sein Moped von der Versicherung erhalten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.