Drama aus Eifersucht: „Brech euch Beine!“. 34-Jährigem passte es nicht, dass sich Ehefrau von ihm trennen wollte. Er drohte und kündigte an, intime Fotos zu versenden.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 20. Juni 2018 (18:20)
Shutterstock.com, Marcos Mesa Sam Wordley
Symbolbild

„Es hat Streit zwischen meinem Mandanten und seiner Frau gegeben, weil sie ihn verlassen wollte. Es sind unschöne Worte gefallen, Bedrohliches aber nicht“, sagt die Verteidigerin eines 34-Jährigen aus Traisen. Völlig anders sieht das die Staatsanwaltschaft. „Spielt euch nicht mit mir, ich brech euch Hände und Beine“, soll er laut Anklagebehörde via Handy seiner Frau und deren Freund mitgeteilt haben.

„Ich hab’ sie nur aufgefordert, mich nicht anzulügen. Ich liebe meine Frau doch“, sagt der Angeklagte im Prozess am Landesgericht und ist zu den Anschuldigungen keineswegs geständig.

Mit dem Nebenbuhler habe er nur gestritten. „Weil ich mich mit ihm treffen wollte, um mit ihm zu reden wie richtige Männer“, sagt er. Ob er seiner Frau gedroht hat, pornografische Fotos von ihr an deren Vater zu senden? „Alles erfunden und erlogen“, sagt er dazu.

Angeklagter fasste vier Monate Gefängnis aus

Warum seine Frau ihn zu Unrecht belasten soll? „Das macht sie, weil sie mich aufs Abstellgleis stellen will“, meint er.

Stündlich habe der Angeklagte gedroht, erzählt seine Ehefrau. „Das habe ich sehr ernst genommen“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Er ist ein Meister der Wortmanipulation.“ Nicht gefürchtet habe sich hingegen ihr Freund. „Ich nehm ihn nicht ernst, aber sie trifft es schwer“, sagt dieser im Prozess. Und weiter: „Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir uns bei einer Tankstelle treffen könnten. Das wollte er aber nicht, weil es dort Überwachungskameras gibt.“

Der Richter ist sich sicher: Der Traisner hat das Vergehen der gefährlichen Drohung begangen. Der 34-Jährige, er verbüßt gerade eine Gefängnisstrafe, wird schuldig gesprochen und muss nun vier Monate länger hinter schwedischen Gardinen verweilen. Damit einverstanden ist er nicht. Er legt sofort Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein.