Georg Fischer investiert Millionen für Lebensqualität. Weniger Lärm, hellere Hallen und mehr Robotik: Unternehmen investiert in die Zukunft.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. Januar 2020 (03:10)
Josef Hausmann, GF-Geschäftsführer Bernhard Dichtl (1. und 2. v. l.) sowie Robert Mucowic (r.) stellten den Anrainern der Mariazellerstraße, darunter neben anderen NÖN-Reporterin Gila Wohlmann, Christian Finger, Rudolf Franzke und Edith Kirchner-Franzke (ab 3. von links), die Fittings-Produktion vor.
NÖN

Auf bestes Einvernehmen mit seinen Anrainern setzt Georg Fischer Fittings in Traisen. Seit einigen Jahren lädt das metallverarbeitende Unternehmen in regelmäßigen Abständen zum Anrainerdialog. Ziel ist es, im Gespräch mit den Nachbarn etwaiger Lärmbelästigung durch Arbeiten am Firmengelände auf den Grund zu gehen und auch bereits erfolgte Modernisierungsmaßnahmen im Unternehmen, die sowohl Mitarbeitern als auch Anrainern zu Gute kommen, zu präsentieren.

Mehrere Traisner nutzten am Freitag wieder das Angebot und durften mit Geschäftsführer Bernhard Dichtl dieses Mal eine spannende Führung durch das Werk erleben und die einzelnen Betriebsabläufe der Fittings-Produktion genau kennenlernen. Die NÖN war live dabei.

„Der Wettbewerb am globalen Markt, vor allem durch China, ist sehr stark.“ Bernhard Dichtl, Geschäftsführer Georg Fischer Fittings Traisen

„2019 war wieder ein sehr herausforderndes Jahr. Der Wettbewerb am globalen Markt, vor allem durch China, ist sehr stark“, leitete Geschäftsführer Dichtl den Rundgang durchs Werk ein. Um am Markt bestehen zu können, ist die stetige Modernisierung des Betriebs nötig. „Wir haben rund vier Millionen Euro im Vorjahr investiert“, schilderte er und präsentierte Vergleichszahlen der Vorjahre, die die steigenden Aufwendungen belegen.

Wärmerückgewinnung: Ein großes Projekt der letzten zwei Jahre ist die Wärmerückgewinnung. 2018 wurde die neue Filteranlage eingesetzt, 2019 nachgerüstet und eine Wärmerückgewinnung auf die Filteranlage aufgesetzt. „Das bringt nicht nur weit mehr Frischluft, sondern es werden dadurch 1.900 Kilowattstunden pro Jahr Strom eingespart und in Folge die laufenden Betriebskosten um 62.000 Euro jährlich reduziert“, führte Dichtl aus.

Auch die Mitarbeiter profitieren dadurch. Die Temperaturverhältnisse im Bereich der Rohkontrolle sind weit besser. „Vorteil für die Anrainer ist, dass dadurch die Fenster nicht mehr geöffnet werden und so weniger Lärmemissionen entstehen“, erklärte er. Immerhin werden pro Stunde 75.000 Kubikmeter Frischluft vorgewärmt eingeblasen.

Modernere Temperofenhalle: Die Absaugung der Temperofenhalle wurde aufgrund gesetzlicher Vorgaben neu konzipiert. Durch eine kontrollierte Absaugung wurde die Leistung auf 140.000 Kubikmeter/Stunde verstärkt. Im Bereich der Temperofenhalle wurde die Hallenwand neu gestaltet und ein Schallschutz nach außen errichten. Die Luft kann nun ungehindert einströmen, auch hier ist ein Öffnen der Fenster nicht mehr nötig. „Das sorgt für mehr Lebensqualität, sowohl bei den Anrainern, weil weniger Lärm zu hören ist, als auch bei den Mitarbeitern, weil wir hellere Fenstergläser eingesetzt haben und die finstere Innenatmosphäre in den Hallen verschwunden ist“, ist Dichtl überzeugt. Alleine in die Temperofenhalle wurden in letzter Zeit rund 300.000 Euro investiert. Diese ist nun zur Rohkontrolle getrennt, ein besserer Temperaturschutz bei den Arbeitsplätzen ist garantiert.

Schrottplatz: Dieser soll nicht nur „schöner“ werden, sondern auch weniger Lärm verursachen. Voraussichtlich bis Mitte des Jahres wird eine Lärmschutzwand aufgestellt. Das freut einen betroffenen Anrainer, der den Lärm am Schrottplatz in den vergangenen Jahren bei den Anrainerdialogen immer wieder vorbrachte. „Das ist super. Das bringt viel“, zeigte er sich erleichtert. Und Dichtl fügte hinzu: „Wir wollen einen guten Außenauftritt haben.“

Digitalisierung & Robotik: Größte Herausforderug sei es, „Robotik und Digitalisierung in seit Jahrzehnten bestehende bewährte Prozesse einzubinden“. Dies sei unumgänglich: „Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben. Da dürfen wir keinen Monat auslassen und müssen uns ständig weiterentwickeln“, so der Geschäftsführer.