Brutaler Angriff in Traisentalbahn

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:03
Lesezeit: 3 Min
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Die Jugendlichen sollen unermüdlich auf ihr Opfer eingetreten und eingeschlagen haben.
Foto: Pixabay (Symbolbild)
Zwei Jugendliche aus Traisen sollen einen Mann auf der Zugfahrt von St. Pölten brutal angegriffen und schwer verletzt haben.
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Weil sie einen Mann im Zug zwischen St. Pölten und Traisen schwer verprügelt haben sollen, mussten sich zwei Jugendliche aus Traisen vor dem Landesgericht St. Pölten verantworten. Jedoch schuldig bekannten sich die beiden Burschen nicht.

Laut dem Erstangeklagten war er auf dem Weg von St. Pölten nach Hause. Im Zug soll ihn ein Mann angesprochen haben, der ihn darauf hinwies, seine Füße von den Sitzen zu nehmen und sein Handy leiser zu drehen. Weil sich der Angeklagte weigerte, soll ihm der Fremde mit Gewalt gedroht haben. Das ließ sich der Jugendliche angeblich nicht gefallen und stellte ihn zur Rede. Daraufhin soll ihm dieser ins Gesicht geschlagen haben.

Am Bahnhof Kreisbach stiegen der Bruder und der noch unmündige Cousin des Erstangeklagten ein. Der Junge hatte den beiden angeblich schon Bescheid gegeben und sie eilten ihm zu Hilfe. Die drei Jugendlichen gingen gemeinsam auf den Fahrgast los. Allerdings plädierten der Erstangeklagte und sein Cousin, der Zweitangeklagte, auf Notwehr.

Ein 42-Jähriger, der mit seinen Kindern im Zug fuhr, wurde Zeuge des Vorfalls und verständigte die Polizei. In seiner Aussage vor Gericht schilderte er die Attacke allerdings anders als die Jugendlichen.

Er erzählte, dass seine Kinder ihn auf den Aufruhr aufmerksam machten. Als er nach dem Rechten sehen wollte, sah er, wie drei Jugendliche auf eine einzelne Person losgingen. Der Zeuge beschrieb, wie die Angeklagten auf den Mann einschlugen und hintraten. Auch sollen sie an den Gepäckablagen geschwungen und so dem Opfer ins Gesicht getreten haben.

Drei Mal versuchte der Zeuge, die Auseinandersetzung zu schlichten, aber die Jugendlichen sollen immer wieder auf ihr Opfer losgegangen sein. Schlussendlich rief er die Polizei. Das Opfer selbst gab an, dass er den Erstangeklagten gebeten hatte, seine Füße von den Sitzen zu nehmen, woraufhin ihn dieser beschimpfte, ihm durch das Abteil folgte und ihn attackierte.

Die beiden Angeklagten wurden zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde ihnen Bewährungshilfe und eine Weisung zu einem Anti-Gewalttraining erteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

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