Legenden leben in neuem Buch auf. „Österreichische Motorradlegenden in Schräglage – in memoriam“: Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser will mit jüngstem Werk Größen des Zweiradsports nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 20. Februar 2021 (03:51)
Hobbyautor und Bürgermeister: Herbert Thumpser spürt die Lebensgeschichten von Motorradlegenden vergangener Zeiten auf.
Thumpser

„Wenn man in der Materie Motorradsport verhaftet ist, kommt man ganz schwer wieder raus.“ Das weiß Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser. Der Hobbyautor arbeitet derzeit an einem neuen Buchprojekt über die heimischen Motorradlegenden.

„Österreichische Motorradlegenden in Schräglage – in memoriam“ lautet der Titel. Inhalt dieses Werks werden alle österreichischen Staatsmeister seit 1948 sein, die leider schon verstorben sind. „Die Recherche dazu ist ein sehr hoher Aufwand. Man muss sich auf die Suche nach Familienangehörigen, nach Bekannten und Freunden, nach Mechanikern und Fans machen, um diese Porträts zu erstellen. Dies ist mit einer Menge an Telefonaten und an E-Mails verbunden. Die Pandemiezeit‘ erschwert leider die persönlichen Besuche“, nennt Thumpser die Herausforderungen bei der Umsetzung seines jüngsten Buches.

„Wenn man in der Materie Motorradsport verhaftet ist, kommt man ganz schwer wieder raus.“

Dennoch bereitet ihm die Arbeit daran große Freude, denn die Motorradlegenden haben spannende Karrieren vorzuweisen. Eine davon ist die des Staatsmeisters in der 350ccm-Klasse, Manfred Stengl. Thumpser: „Dieser war im Jahr 1964 Olympiasieger im Rodel-Doppelsitzer mit Josef Feistmantl. Er liebte die Geschwindigkeit und war ein Sportler durch und durch. Vom Motorradrennsport fasziniert, wurde er österreichischer Staatsmeister und das Rennen auf der ,Isle of Man‘ seine Passion. Dieses wurde ihm auch im Jahr 1992 zum Verhängnis. Nach einem Sturz kam er ums Leben.

„Aber sich auf die Spuren dieser einmaligen Sportlerpersönlichkeiten zu begeben, bei den Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten zu recherchieren, ist schon faszinierend“, sagt Thumpser. Und immer wieder stellt sich die Frage: „Welche Auswirkung hatte Rupert Hollaus, Traisens Motorrad-Weltmeister, auf deren Erfolge?“ Ein weiteres Beispiel der vielfachen Staatsmeister in der 50ccm-Klasse ist Hans Hummel. Dieser war zuerst Wiener Landesmeister im Ringen in der Klasse bis 62 Kilo und erst danach einer der schnellsten Fahrer weltweit in der kleinsten Klasse. Thumpser: „Nach seiner aktiven Zeit blieb er dem Motorradrennsport als Tuner erhalten und entwickelte den ,Hummel-Zylinder‘ für Rennmaschinen.“

In Österreich noch nie veröffentlichte Bilder

Auf akribische Art und Weise versucht Thumpser, detailliert 40 Porträts der heimischen Größen des Motorradrennsports zu erstellen. „Dieses Projekt soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Ein Teil dieses Buches wird wieder Rupert Hollaus sein. Es gibt neue Erkenntnisse über seinen einzigen Weltmeisterschaftssieg in der 250ccm- Klasse von 1954 in Bern“, verrät Tumpser. Neue Kontakte in die Schweizer Journalistenszene machten dies möglich. „Dabei handelt es sich um Bildmaterial, das bisher bei uns in Österreich noch nie veröffentlicht wurde und damit Teil dieses Buches sein werden“, kündigt der Autor abschließend an.