Mann drohte, Haus anzuzünden. Die Trennung von seiner Partnerin verkraftete ein 54-Jähriger Traisner ganz und gar nicht.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 31. März 2021 (03:06)
Symbolbild
APA (Archiv)

Versuchte Nötigung: Das warf das Landesgericht einem 54-Jährigen vor. Reumütig erschien er am Donnerstag vor Gericht. Verteidiger hatte er keinen dabei. Er soll seine Ex-Partnerin und deren Tochter in Angst und Schrecken versetzt haben. So soll der Angeklagte bei einem seiner vielen Anrufe unter anderem gedroht haben: „Heute brenne ich alles ab!“

Die Vertreterin des Opfers wies darauf hin, dass beide Frauen durch das aggressive Verhalten des Mannes unter Angstzuständen, Depressionen und einer Anpassungsstörung leiden würden. Sie forderte daher pro Betroffener 800 Euro Schmerzensgeld. Immer wieder hätte der Angeklagte angerufen, sei am Wohnhaus vorbeigegangen. Der Pensionist ist nicht das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt. So stehen bei ihm Vorstrafen wegen Einbruchsdiebstahl und verletzter Unterhaltszahlung zu Buche.

Schon zu Beginn der Verhandlung zeigte er sich geständig: „Ich weiß, dass das total deppert war. Ich bin voll ausgezuckt, habe geschimpft“, gestand er. Dass ihn seine Ex-Partnerin vor die Tür gesetzt hätte, hätte er nicht verkraftet. „Ich habe zuerst auf der Straße geschlafen; ein Freund gab mir dann eine Unterkunft“, beschrieb er. Dass er angerufen hätte, hätte einen einfachen Grund gehabt: „Ich wollte mein Sofa, meine Sessel und restlichen Sachen wieder haben“, erzählte er. Er hätte SMS geschickt, um alles friedlich zu lösen. Die Richterin erinnert ihn, dass ein Betretungsverbot gegen ihn verhängt und dieses sogar verlängert wurde.

Angeklagter bekannte sich vollends schuldig

Aufgrund des vollen Geständnisses war eine Einvernahme der Opfer nicht nötig. Die Richterin verurteilte den 54-Jährigen zu neun Monaten Haft; sechs davon bedingt, die restlichen drei Monate muss er hinter Gittern verbüßen oder kann einen Antrag auf elektronischen Hausarrest stellen. Aufgrund seiner finanziell prekären Lage wurden den Opfern nur je 200 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Zudem gelte für ihn ein Kontaktverbot auf 50 Meter zu den Frauen. Er muss sich überdies einer Psychotherapie unterziehen. Er nahm das Urteil an.GW