Motorradlegende Anton Wanger ist fit wie damals. Seit 45 Jahren frönt Anton „Susn“ Wanger dem Zweiradsport. Trotz Sechziger hat er noch immer „Benzin im Blut“.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 25. Juli 2019 (03:22)
Sprünge wie diese sind bei „Susn“ trotz seines Sechzigers keine Seltenheit.
privat/Wanger

Motorenbrummen. Der Geruch von Benzin und jubelnde Fans: So haben noch viele die legendären Motocross-Renen in den Siebzigern und bis Mitte der 1990er-Jahre in Eschenau in Erinnerung.

Und dass die Marktgemeinde Traisen eine Motorrad-Metropole war, denn damals hatte hier die Sektion „Motorsport“ des Werkssportvereins Traisen ihre „Hoch-Zeit“. Und diese ist mit einem Namen ganz besonders verbunden: Anton Wanger, der den meisten unter dem Spitznamen „Susn“ ein Begriff ist.

Am 15. Juli feierte er seinen Sechziger. Bis heute ist er „wie ein Junger“, wie seine Fans, darunter auch Motorsportfans Bürgermeister Herbert Thumpser, bestätigen, ungebrochen und er ist weiter erfolgreich in der Seitenwagenklasse aktiv.

„Motorsport ist wie ein hartnäckiger Virus, der nicht nachlässt.“ Anton „Susn“ Wanger, Motorcross-Seitenwagenprofi aus Traisen

Vor 30 Jahren kam der gebürtige St. Georgener, durch die Liebe zu seiner jetzigen Gattin Heidi, nach Traisen. „Das Motorradfahren ist bei mir weder erblich vorbelastet, noch in die Wiege gelegt“, erzählt er. „Fasziniert hat es mich aber schon immer“, gesteht er aber. Mitte der 70er-Jahre startete er solo im Motocross.

„Große Erfolge stellten sich aber vorerst nicht ein“, erinnert er sich. Ende der 70er-Jahre bekam er die Chance, als Beifahrer in den Seitenwagensport hineinzuschnuppern – der Startschuss für die Sportlerkarriere. So wurde er als Beifahrer KTM-Cup-Sieger, Vize-Staatsmeister. 1981 wechselte er vom Seitenwagen auf die Maschine als Fahrer, wurde 1990 Staatsmeister und erreichte sogar einen achten Platz bei der Weltmeisterschaft in Deutschland.

Daher dankt er seinen Lehrmeistern, von denen er Technik, Geschick und nötige Härte, die dieser unfallrisikoreiche Sport mit sich bringt, erlernt hat. Von groben Unfällen blieb er aber bislang verschont. „Ich habe mir nur die große Zehe und das Schlüsselbein gebrochen“, ist er erleichtert. „Motorsport ist wie ein hartnäckiger Virus, der nicht nachlässt“, betont er. Er ist stolz, in der Heimatgemeinde des einzigen österreichischen Motorradweltmeisters, Rupert Hollaus, zu leben und den hier unterschwellig keimenden „Motorrad-Spirit von damals“ in die Welt als Motorradsportler tragen zu dürfen.

Noch immer fährt er internationale offene Rennen. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.