Mutter verkaufte fleißig Heroin. Rund ein halbes Kilo der harten Droge vertrieb 34-jährige Traisnerin, um ihre und Sucht von damaligem Partner zu finanzieren.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2020 (04:30)
Die Drogen holte sich die Traisnerin von verschiedenen Dealern in der Bundeshauptstadt. Dann verkaufte sie die illegale Ware an andere Süchtige weiter.
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„Ich bin jetzt clean“, betonte eine 34-jährige Traisnerin am Donnerstag bei ihrer Verhandlung am St. Pöltner Landesgericht.

Wegen gewinnbringenden Verkaufs der harten Droge Heroin musste sich die Frau verantworten. Mindestens ein halbes Kilo hat sie im Zeitraum von Jänner 2018 bis Oktober 2019 an verschiedene Konsumenten weitergegeben, um auch ihre Sucht zu finanzieren.

„Ich bin jetzt stabil und möchte es auch bleiben. Ich will arbeiten gehen und ein normales Leben führen.“ Drogendealerin vor Gericht

Voll geständig und etwas gedrückt gab sich die Frau, die auch ein Kind hat, vor der Justiz. Die letzten Monate hat sie bereits in Untersuchungshaft wegen der Drogengeschäfte verbracht, auch eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen anderer Delikte scheint noch auf. Ihr Verteidiger bat gleich in seinem Eingangsplädoyer um Einstellung des Verfahrens aufgrund der Reue und Geständigkeit seiner Mandantin. Bereits in der U-Haft sei sie substituiert gewesen und mittlerweile sei dies auch nicht mehr nötig. Jetzt mit Februar sei fix ein Therapieplatz für sie in einer Einrichtung in St. Pölten vorgesehen.

Außerdem sei die von der Mindestsicherung lebende Frau, die auch rund 5.000 Euro Schulden hat, mittlerweile geringfügig beschäftigt, wie sie selbst angibt.

Dem Richter schildert sie, wie sie in die Szene abdriftete: „Das soll jetzt keine Entschuldigung sein. Es ist meine Schuld und meine Verantwortung, aber durch meinen jetzigen Ex-Partner habe ich damit angefangen.“

Aus Wien von diversen Dealern hätte sie die harte Droge bezogen und dann an andere Konsumenten weiterverkauft, um ihre und die Sucht ihres Freundes zu finanzieren. Durchgehend hätte sie aber, betont die Frau, nicht konsumiert, aber immer wieder probiert. Daher sei auch der gewinnbringende Verkauf der Drogen – es soll sich um rund einen halben Kilo Heroin gehandelt haben – nötig gewesen.

Am 10. Oktober war dann Schluss mit den Geschäften der Traisnerin. Die Polizei nahm sie fest. „Wie soll es nun mit Ihnen weitegehen?“, wollte der Richter wissen. Ihr Treiben sei ein Fehler gewesen, von dieser Lebenssituation möchte sie künftig klar Abstand nehmen. „Ich bin jetzt stabil und möchte es auch bleiben. Ich will arbeiten gehen und ein normales Leben führen“, so die Angeklagte. Sie wolle sich wieder ganz dem Wichtigsten in ihrem Leben, ihrem Kind, widmen. „Ich habe keinen Kontakt mehr mit den Leuten aus der Szene“, betont sie überdies.

Ihr Verteidiger bat zu Verhandlungsende abermals um Milde und Einstellung des Verfahrens, das Umfeld und die wirtschaftliche Situation hätten sie dazu betrieben: „Ihr Schuldeingeständnis zeigt exemplarisch, dass sie Abstand nehmen und sich ihrem Kind widmen will. Dieses ist ihr Lebensinhalt!“ Außerdem sei sie jetzt von der Szene weg.

Reue der Angeklagten floss ins Urteil ein

Der Richter berücksichtigte die Reue der Angeklagten und verhängte sieben Monate bedingt auf drei Jahre und die Weisung zum Antritt der Therapie. Ebenso muss sie die Verfahrenskosten tragen. Die sichergestellten Suchtmittel werden vernichtet. Eine Suchtgiftwaage und -behälter zum Aufbewahren der Drogen bleiben konfisziert. Wichtig war der Mandantin, dass sie wieder ihr abgenommenes Smartphone bekommt, da dieses ganz neu sei. Dem Wunsch kam der Richter nach, mahnte sie aber: „In diesen drei Jahren dürfen Sie sich nichts zu Schulden kommen lassen.“