62-Jähriger wegen Sex-Delikt vor Gericht. Pensionist begrapschte eine Elfjährige. Richterin verhängte über ihn 15 Monate auf Bewährung und 7.500 Euro Geldstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 28. Februar 2018 (15:27)
NOEN, Kazic
Symbolbild

„Der Angeklagte hat das Mädchen in seiner Würde verletzt, er hat ihre Hose geöffnet und ihr Gesäß betastet, er hat versucht, die Brüste der Minderjährigen, die unter seiner Aufsicht stand, zu begrapschen“, sagt Richterin Alexandra Glösl in einem Prozess gegen einen 62-Jährigen aus Türnitz.

Den Pensionisten verurteilt sie wegen sexueller Belästigung und versuchten sexuellen Missbrauchs an Unmündigen sowie Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu 15 Monaten auf Bewährung und 7.500 Euro unbedingter Geldstrafe. 500 Euro muss er an das Opfer bezahlen. Der Angeklagte erbat Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

„Das Opfer war glaubwürdig, hat nach der Tat sofort seiner Mutter davon erzählt."

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit war der Pensionist, der sich an der elfjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin vergriffen haben soll, einvernommen worden. Die Schuld des teils geständigen Angeklagten steht nach umfangreichem Verfahren für die Richterin fest.

Sie begründet: „Das Opfer war glaubwürdig, hat nach der Tat sofort seiner Mutter davon erzählt. Der Angeklagte hat Grenzüberschreitungen zugestanden.“

Und die Richterin weiters. „Der Angeklagte wollte die Brüste begrapschen, er hat gefragt, ob das Mädchen schon merkt, dass sie wachsen. Wenn man sich die Judikatur anschaut, war es früher nicht strafbar, nicht entwickelte Brüste anzugreifen. Jetzt muss man schauen, ob das Mädchen schon ein Bewusstsein für Pubertät hat und die Handlung als störend empfindet.“