Cyberangriff auf Lebensmittelhändler. Türnitzer Lebensmittelhändler gab den Kunden Bescheid. Er wurde im Web erpresst.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. April 2021 (04:09)
Der Türnitzer Nah & Frisch-Markt informierte seine Kunden per Aushang über den Cyberangriff.
privat, privat

„Wegen Cyberangriff und Erpressung haben wir ab Mittwoch, 7. April, voraussichtlich geschlossen.“ Dieser Zettel hing in den letzten Tagen am Türnitzer „Nah & Frisch“-Markt von Georg Wieser.

„Wir wollten rein unsere Kunden informieren, die EDV kümmert sich jetzt um Behebung“, bestätigt er der NÖN den Vorfall. Plötzlich seien am PC sämtliche Dateien verschlüsselt gewesen. Eine Erpressungsnachricht folgte. In welcher Form möchte er aber nicht bekannt geben. Es war ihm nur wichtig, den Kunden auszurichten, dass am Mittwoch kein Normalbetrieb vorherrscht. Der Unternehmer hat den Cyberangriff natürlich sofort angezeigt. Mit einem Vorfall wie diesem sei er in der Vergangenheit glücklicherweise nicht konfrontiert gewesen.

„Wir wollten rein unsere Kunden informieren, die EDV kümmert sich jetzt um Behebung“

Cyberattacken gegen Firmen sind kein Einzellfall, bestätigt man bei der Exekutive. „Hierbei handelt es sich oft um so genannte Verschlüsselungstrojaner“, erklärt ein Beamter. Eine Schadstoffsoftware legt dann den Rechner lahm. Nicht selten wird in derartigen Fällen gefordert, mit Bitcoins die Freischaltung zu bezahlen. Die Ausforschung solcher Internet-Kriminellen ist zumeist sehr schwierig. Die IT-Ermittler versuchen, von der Festplatte des Rechners zumindest die Schadstoffsoftware herauszufiltern. „Wichtig ist es, immer regelmäßige Updates zu machen und eine gute Firewall zu haben“, empfiehlt ein Polizeisprecher. Nie sollte man unbekannte Links oder Anhänge öffnen. Auf keinen Fall auf Forderungen eingehen, sondern Anzeige erstatten.